Der Katholische Männerverein Kastl u. Umgebung e.V. veranstaltete zusammen mit dem Katholischen Frauenbund zum Thema „Christliche Begräbniskultur“ einen Vortrag. Hierzu erläuterte Herr Pfarrvikar Dr. Yurchenko den Gästen Begräbnisvarianten verschiedener Kulturen sowie Religionen und den damit verbundenen Gedanken der vergangenen Jahrtausenden. Die ältesten gefundenen Gräber werden auf etwa 50 000 vor Christus datiert.
Ein Anliegen des Vortrages waren Überlegungen zur Urnenbestattung und der damit verbundenen katholischen Glaubenslehre. Seit 1963 sei die Feuerbestattung von der katholischen Kirche erlaubt, sofern dies nicht aus antichristlicher Motivation geschieht. Auch solle die Beisetzung der Asche auf heiligem Boden, also auf dem Friedhof, erfolgen. Die theologische Begründung in der Machbarkeit läge im Glaubenssatz der Auferstehung Christi: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt“ (Johannes 11, 25). Jesus Christus hätte bereits die Macht des Todes gebrochen. Der Referent sieht jedoch ein Problem in verschiedenen Entwicklungen. Exemplarisch erwähnte er die Hospizbewegung, das Ausbleiben einer Totenwache, Feuerbestattungen, Friedwälder, Beisetzungen im engeren Familienkreis, Naturbestattungen sowie nicht-christliche Trauerredner. Dadurch würde die Beerdigung beliebig werden. Ein letzter Liebesdienst an den Verstorbenen durch die Liturgie mit der christlichen Gemeinschaft, durch Fürbitten und Rosenkranz würde ausbleiben. Hierzu gehören auch der Anblick und das Anfassen des Leichnams sowie Tränen, Ehrung und das Absenken ins Grab. Diese Voraussetzungen würden auch eine Urnenbeisetzung legitimieren. Die Erfahrungen und das Verarbeiten des Verlustes und der Trauer würden nicht überspielt werden und sich nicht nur auf einen kleinen ausgewählten Kreis beschränken.