Die Almhütt’n dröhnte und spätestens bei der dritten Polonaise wusste keiner mehr so genau, wer eigentlich hinter ihm marschierte: Der Dachverband „Heimatring“ hatte zur Faschingsfete geladen und die Vereine kamen zahlreich. Bis auf den letzten Platz füllten Delegierte und Freunde den Saal und machten ihn kurzerhand zum närrischen Hexenkessel.
Vorsitzender Heiner Vierling zeigte sich sichtlich zufrieden. „So voll war’s ja fast wie bei der Jahreshauptversammlung, heute ist es lustiger“, rief er unter Applaus ins Mikrofon. Wochenlang hatte er mit seinem Team geplant und organisiert. Die Mühe zahlte sich aus: Girlanden baumelten von der Decke, Konfetti wirbelte durch die Luft, und die Stimmung war vom ersten Tusch an ausgelassen.
Angeführt von der Narrhalla marschierte das Prinzenpaar ein. Prinzessin Nicole II. übernahm souverän das Wort – ihr Prinz Christian II. war nach Wochen im Dauereinsatz heiser. „Er winkt nur noch königlich“, scherzte die Prinzessin und ergänzte mit einem Augenzwinkern: „Reden ist heute meine Disziplin.“
Die Garden legten einen schwungvollen Auftakt hin. Mit akkuraten Schrittkombinationen, blitzenden Stiefeln und perfekt getimten Hebefiguren wirbelten sie über die Bühne. Sie führten charmant durch den Abend, wechselten sich mit der Prinzengarde ab, die gleich zweimal auftrat und jedes Mal tosenden Beifall einheimste.
Dann griff wieder „Harmonika-Franz“ zum Akkordeon und lockte selbst hartnäckige Sitzfleisch-Besitzer auf die Tanzfläche. Von Schunkelrunden bis zur unvermeidlichen Polonaise zog sich die Schlange quer durch den Saal. Niemand blieb lange auf seinem Stuhl.
Mit einem Grußwort trat Vorsitzende Monika Sulzberger vor die Feiernden und betonte das weitere Abendprogramm, kündigte noch einmal die Prinzengarde an, die den Saal erneut zum Kochen brachte.
Ein Höhepunkt folgte mit dem Männerballett. Seit November hatten die Herren trainiert, jetzt zeigten sie Hebefiguren, die manchen Zuschauer erstaunte. Gags und Glitzer wechselten sich ab, die Konzentration war spürbar.
Kurz durchatmen hieß es vor der Maskenprämierung. Vierling rief die kostümierten Gäste auf die Bühne. Als „Leuchtmädchen“ strahlte Margareta Czichon auf Platz eins, dicht gefolgt von Franziska Ertl als „Bayerisches Lederhosen-Mädchen“. Trostpreise gab es ebenfalls – Applaus für alle inklusive.
Zum Abschluss verlieh Vierling Vereinsorden an Stadträte, engagierte Mitwirkende und Ehrenmitglieder. Die Orden am Band erhielten Heiner Vierling, Günther Magerl, Wolfgang Pausch, Hans und Steffi Sperrer, Hans Forster, Alexandra Lukas, Ilona Woppmann, Ilona Ertl, Wolfgang Gmeiner u. Bernhard Czichon.
Bis weit nach Mitternacht hielt die Gaudi an. Zwischen Tanz, Tusch und Trubel zeigte sich: Der Heimatring verstand es, Brauchtum und Gaudi aufs Beste zu verbinden und die Almhütt’n war an diesem Abend der fröhlichste Ort der Stadt.