Seit Mai gibt es in Oberviechtach das Begegnungscafé „Hoffnung” im Gemeindesaal der evangelischen Kirche. Es ist ein geschützter Ort für Menschen in schwierigen Lebenssituationen, insbesondere für jene, die einen Verlust erlitten haben oder sich nach Verständnis sehnen. Geöffnet ist sechs Mal im Jahr, immer am ersten Samstag in den ungeraden Monaten. Die Leitung haben die beiden ehrenamtlichen Hospiz- und Trauerbegleiterinnen Anni Prey und Ulrike Brandl.
Unterstützt werden sie vom Hospizdienst der Caritas für den Landkreis Schwandorf mit Hospiz-Koordinatorin Manuela Singer-Bartos. Wie diese beim Sommer-Treffen informierte, ist das Begegnungscafé die Nachfolge des eingestellten Niedermuracher Trauercafés „Regenbogenbrücke”. Dieses hatten Rita Reiter und Rita Köppl drei Jahre lang organisiert, wofür sich Singer-Bartos ausdrücklich bedankte.
Das Begegnungscafé richtet sich an alle Menschen, welche Verlust und Trauer erlebt haben. „Sie sind eingeladen, in einem geschützten Raum sich gemeinsam zu erinnern, zu reden und zuzuhören”, betonte Ulrike Brandl zu Beginn. Es sei aber kein Ratsch-Nachmittag: „Alles was im Raum gesprochen wird, bleibt auch da.”
„Trauer ist sehr persönlich, dennoch tut es gut, nicht alleine zu sein”, führte anschließend Anni Prey aus. Sie hatte das zweite Treffen unter das Thema „Einsamkeit - Einzigartigkeit” gestellt und las ein Impulszitat vor. Dann konnte jeder Gast, wenn er wollte, über die erlebte Einsamkeit sprechen. Dies erfolgte ohne Wertung und ohne Kommentar. Anschließend wurden bei Kaffee und selbstgebackenen Kuchen Gedanken dazu gesammelt, was das Einzigartige in der Trauer ist, was nur mit sich selbst und nicht mit einem anderen zu tun hat.
Wie gut ein Gespräch in einer wertschätzenden Atmosphäre tun kann, können Interessierte beim nächsten Treffen am Samstag, 5. September, von 14 bis 16 Uhr erfahren (ohne Anmeldung; Teilnahme kostenfrei).