Mit dem eigens für die Kirchenpatronin gesungenen Lied „Patronin Margareta, dir sind wir anvertraut” (Melodie: „Ein Haus voll Gloria schauet”) zogen Pfarrer Celestine, die Ministranten sowie die Fahnenabordnungen feierlich in die festlich geschmückte St.-Margareta-Kirche in Högling ein. Gemeinsam mit Ruhestandspfarrer Schächtl zelebrierte Pfarrer Celestine den Festgottesdienst anlässlich des 890. Weihetages der Kirche.
Im Mittelpunkt seiner Predigt standen sowohl das außergewöhnliche Jubiläum als auch das Leben und Wirken der Kirchenpatronin, der heiligen Margareta. Pfarrer Celestine erinnerte daran, dass die Kirche in Högling im Jahr 1123 von Ritter Razo von Ebermannsdorf auf Veranlassung des Bischofs von Bamberg erbaut und dem Benediktinerkloster Ensdorf geschenkt wurde. Die feierliche Weihe erfolgte im Jahr 1136 durch Bischof Otto von Bamberg.
Die Kirche wurde der heiligen Margareta geweiht, die im damaligen Antiochia, im Gebiet der heutigen Türkei, lebte. Aufgrund ihres christlichen Glaubens wurde sie gefangen genommen. Einer Legende zufolge erschien ihr im Gefängnis ein Drache, der sie verschlingen wollte. Margareta machte jedoch das Kreuzzeichen, woraufhin der Drache platzte und sie unverletzt blieb. Deshalb wird die heilige Margareta bis heute meist mit einem Drachen zu ihren Füßen und einem Kreuz in der Hand dargestellt. Sie zählt zu den 14 Nothelfern und wird als Schutzpatronin der Frauen, Schwangeren und Gebärenden verehrt.
In seiner Predigt spannte Pfarrer Celestine den Bogen von der Geschichte der Kirche bis in die Gegenwart. Die Mauern des Gotteshauses, so betonte er, erzählten von Taufen, Hochzeiten, Festen und Abschieden, von stillen Gebeten sowie von Zeiten des Friedens und der Sorge. Doch die eigentliche Kirche seien die Menschen selbst. „Wir sind die lebendigen Steine, die Gott zusammenführt”, erklärte er.
Ein Jubiläum sei daher nicht nur Anlass für einen dankbaren Rückblick, sondern auch Auftrag für die Zukunft. Es gelte sich zu fragen, was weitergeführt werden solle, welche Spuren bleiben und welche Hoffnung wachsen dürfe. Die heilige Margareta zeige dafür einen Weg, der auf drei Säulen ruhe: Glauben mit Mut, Leben mit Vertrauen und Handeln mit Liebe. Wer sein Leben an Christus ausrichte, werde auch künftig in der Kirche eine geistliche und menschliche Heimat finden – einen Ort, der die Menschen mit dem Herzen verbinde.
Mit diesen eindrucksvollen Gedanken verlieh Pfarrer Celestine dem Jubiläumsgottesdienst eine besondere Tiefe und machte deutlich, dass die lange Geschichte der St.-Margareta-Kirche zugleich Verpflichtung und Ermutigung für die kommenden Generationen ist.