Ein ganz besonderes Jubiläum steht der Expositurkirche St. Margareta in Högling bevor: Am 20. Juli 2026 jährt sich die Weihe des Gotteshauses zum 890. Mal. Gleichzeitig feiert die Kirche das Patrozinium ihrer Schutzheiligen, der heiligen Margareta.

Die Geschichte der Kirche reicht bis ins frühe 12. Jahrhundert zurück. Bereits im Jahr 1123 ließ Ritter Razo von Ebermannsdorf auf Veranlassung des Bischofs von Bamberg in Högling eine Kirche zu Ehren der heiligen Margareta errichten. Am 23. April desselben Jahres schenkte er das Gotteshaus mit Zustimmung des Regensburger Bischofs Hartwich dem erst zwei Jahre zuvor gegründeten Benediktinerkloster Ensdorf. Die feierliche Weihe erfolgte schließlich im Jahr 1136 durch den Bamberger Bischof Otto.

Im Laufe ihrer langen Geschichte hat die Kirche zahlreiche schwere Zeiten überstanden. Kriege, Not und gesellschaftliche Veränderungen hinterließen ihre Spuren, doch die Höglinger hielten stets an ihrer Kirche fest und bewahrten sie als Mittelpunkt ihres kirchlichen und dörflichen Lebens.

Ein bedeutendes Kapitel begann nach dem Ersten Weltkrieg. Kooperator Fink aus Rottendorf setzte sich für die Gründung einer Expositur Etsdorf-Högling ein. Mit den Mitteln des Darlehenskassenvereins Etsdorf ließ er 1920 in weitsichtiger Weise ein Expositurgebäude errichten, bevor das Geld durch die Inflation seinen Wert verlor. Bereits von 1918 bis 1922 betreute er Högling seelsorgerisch von Etsdorf aus.

Der Plan einer gemeinsamen Expositur scheiterte jedoch an unterschiedlichen Vorstellungen der beiden Filialgemeinden. Die Höglinger wünschten sich eine eigenständige Seelsorge und beschlossen daher im Frühjahr 1922, eine eigene Expositur zu gründen. Nach Zustimmung des Ordinariats wurde Simon Utz am 25. Juli 1922 als erster Expositus nach Högling berufen. Am 5. August trat er seinen Dienst an und wohnte zunächst beim Krämer Johann Scharl, bis ein eigenes Expositurhaus errichtet werden konnte.

Bis heute ist die Verbundenheit der Höglinger mit ihrer Kirche ungebrochen. Durch freiwillige Spenden, ehrenamtliches Engagement und den Einsatz vieler Generationen wurde das Gotteshaus immer wieder renoviert und den jeweiligen Anforderungen angepasst. So ist die Expositurgemeinde bis heute ein lebendiger Bestandteil des kirchlichen Lebens.Den Höhepunkt des Jubiläums bildet der Festgottesdienst am Sonntag, 19. Juli 2026, um 8.30 Uhr in der Kirche St. Margareta. Im Anschluss sind alle Besucher herzlich zu einem Frühschoppen vor dem Gotteshaus eingeladen. Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Die Ministranten bieten außerdem Kaffee und Kuchen an. Mit dem Erlös möchten sie ihre Minikasse aufbessern und so ihren diesjährigen Ausflug an den Chiemsee mitfinanzieren.

Eine Bilderausstellung mit historischen Aufnahmen lässt die bewegte Geschichte der Kirche und der Expositurgemeinde lebendig werden.

Die Pfarrgemeinde lädt die gesamte Bevölkerung herzlich ein, dieses außergewöhnliche Jubiläum gemeinsam zu feiern und auf fast neun Jahrhunderte lebendige Kirchengeschichte in Högling zurückzublicken.