Am 13. Januar 2026 lud die Kreisrinderzuchtgenossenschaft Tirschenreuth ihre Mitglieder zur jährlichen Versammlung ein. In diesem Jahr konnte Vorsitzender Harald Püttner u. a. Ehrengäste wie Dr. Klemens Dötsch vom Veterinäramt sowie Ralph Browa von der Besamungsstation Marktredwitz und einige Milchviehhalter im Gasthaus „Zum Finkenstich” in Themenreuth begrüßen.
Der neue Zuchtleiter Lukas Irlbacher berichtete in seinem Vortrag über die Entwicklung der Rinderhaltung im Landkreis Tirschenreuth. Auch in diesem Jahr ist ein leichter Rückgang der Milchkuhbetriebe zu verzeichnen. So verringerte sich die Anzahl von 413 auf 404 Betriebe. Vor 15 Jahren konnte der Landkreis noch 900 Kuhbetriebe vorweisen, ein Rückgang von über 50%. Durch die gute Ausbildung im Bereich der Landwirtschaft, sowie das gute Management von Außenwirtschaft und im Milchviehstall konnte die durchschnittliche Herdenleistung gehalten werden. Die Inhaltsstoffe der Milch verzeichnen einen leichten Anstieg. Positiv zu berichten ist, dass die Anzahl der Lebensleistungskühe auch weiterhin ansteigt. Das zeigt zum einen das genetische Potential der Rasse Fleckvieh im Hinblick auf Leistung und Gesundheit aber auch, wie gut das Management und die Beziehung zwischen dem Landwirt und seinen Milchkühen ist.
Dr. Achim Hofmann, von der Firma ISF Schaumann Forschung referierte über das Thema „Von der Futterfläche zum Joghurt – Einflussmöglichkeiten der Fütterung auf den CO2-Fußabdruck von Milchproduktion”. Er betonte, dass hier aufgrund steigender Vorgaben auf EU-Ebene Handlungsbedarf in der gesamten Wertschöpfungskette Milch besteht. Weil knapp 80% des „THG-Rucksacks” bei den Molkereien durch die Rohmilch verursacht werden, rückt hier vor allem die landwirtschaftliche Primärproduktion in den Fokus. Die größten Hebel für einen geringeren CO2-Fußabdruck auf Betriebsebene stellen dabei die Futtereffizienz sowie die Grundfutterbergung dar. Hofmann warnte allerdings entschieden davor, die Betriebe aufgrund ihres CO2-Fußabdruckes in gut und schlecht einzuteilen, da ein Großteil der Emissionen durch gegebene Betriebsvoraussetzungen wie z.B. den Standort verursacht wird.
Im Anschluss an den informativen Vortrag wurden verdiente Rinderzüchter der Kreisrinderzuchtgenossenschaft Tirschenreuth für Ihre Leistungen im abgelaufenen Zuchtjahr geehrt (siehe Kasten).
Ehrungen der KRZG Tirschenreuth 2026: Lebensleistungskühe: Lindner Hubert, Ellenfeld, Kuh „Xora” Frank Josef, Schwarzenbach, Kuh Nr. „664” Scharnagl Thomas, Dippersreuth, Kuh „Dreamy” Wölfl Johannes, Frauenreuth, Kuh „Lange” Schmeller Markus, Fiedlhof, Kuh Nr. „443” Schuller GbR, Zirkenreuth, Kuh Nr. „326” Schuller GbR, Zirkenreuth, Kuh Nr. „328” Schuller GbR, Zirkenreuth, Kuh Nr. „336” Werner Agrar GbR, Hardeck, Kuh Nr. „446” Werner Agrar GbR, Hardeck, Kuh Nr. „490” Jettke GbR, Pechbrunn, Kuh „Touluse” Rosner GbR, Kondrau, Kuh „Paula” Kost Veronika, Albernhof, Kuh „Bube” Wegmann Thomas, Höll, Kuh „Buttercup” Grillmeier Andreas, Gründlbach, Kuh Nr. „721” Beinrucker Richard, Brunn, Kuh „Hanni” Meier Thomas, Hohenwald, Kuh „Annabel”
Kälberfestvermarktung: Stock Martin, Rosenbühl
Höchste Laktationsleistung: Püttner Harald, Kuh „Evi”
Eutergesundheit: Bauer Helmut, Burggrub
Kuhprofi: Raps Manuel, Napfberg Rosner GbR, Kondrau Grillmeier Klaus, Grün
Lebensleistung Abgänge: Thoma-Bäuml, Pilmersreuth a. d. Straße
Höchste Herdenleistung: Wegmann Thomas, Höll Kappauf Benedikt, Schafbruck Betz Gerhard, Wildenau
Höchste Lebensleistung: Wegmann Thomas, Höll, Kuh „Buttercup”