Eine von vielen Christen beliebte Tradition ist das Waldfest der Landeskirchlichen Gemeinschaft Hersbruck auf einer Waldlichtung zwischen Gerhardsberg und Schmidtstadt. Es findet einmal jährlich statt und lockt seit mehr als 70 Jahren Gläubige aus Franken und der Oberpfalz an, um Predigten über christliche Themen in freier Natur zu hören und das Gehörte mit Gebet und Liedern zu vertiefen. Die von den Bäumen des Mischwalds eingerahmte Wiese vermittelt mit ihrer Hanglage den Eindruck einer Waldbühne. Heuer unterstützt der Platz zudem das Thema dieses Sonntags: „Einfach mal raus“.
Werner Müller von der Landeskirchlichen Gemeinschaft und seine Ehefrau Gertrud führten durch die Andacht. Dabei gelang es ihnen außerdem, die anwesenden Kinder spielerisch mit dem Wort Gottes bekannt zu machen. Werner Müller entlockte Prediger Daniel Klein, dem Leiter des Christlichen Jugendbundes Bayern, wichtige Daten über dessen Werdegang, Aus- und Fortbildung sowie seine Jugendarbeit für den christlichen Glauben auch außerhalb Deutschlands.
Daniel Klein bezog sich bei seinen Ausführungen auf Kapitel 8 im Markusevangelium, eine Erzählung, in der Jesus einen Blinden sehend machte. Jesus führte den Blinden aus dem Dorf hinaus, also aus dem Vertrauten, um Neues zu erkunden. Der Prediger empfahl, sich Jesus anzuvertrauen: „Jesus führe mich, berühre mich nochmal!“ Dies sei eine Anlehnung an die Erzählung im Neuen Testament, in der Jesus dem Blinden ein zweites Mal die Hände auf die Augen legte und bewirkte, dass er danach scharf sehen konnte.
Den Gottesdienst bereicherten musikalisch der Posaunenchor Kirchenreinbach unter Leitung von Claudia Vogel sowie das Ehepaar Eva und Alex Pauli, die mit Keyboard und Gitarre die Lieder begleiteten. Dem Gottesdienst im Freien folgte eine Einladung der Familie Heinl zu Kaffee und Kuchen nach Gerhardsberg. Dabei bot sich Gelegenheit, über das Gehörte noch einmal Gedanken auszutauschen.