Sulzbach-Rosenberg. Was haben Kriminalfälle, chemische Spuren und moderne Forschung miteinander zu tun? Genau dieser Frage geht das W-Seminar „Tatortchemie – Ein Verbrechen hinterlässt Spuren” am HCA-Gymnasium nach. Passend dazu besuchten die Schüler den Institutsteil von Fraunhofer UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg. Fraunhofer UMSICHT forscht unter anderem daran, wie Rohstoffe und Energie nachhaltiger genutzt werden können. Dabei spielen chemische Verfahren eine wichtige Rolle. Besonders interessant für uns war die Pyrolyse, bei der wir eine überraschende Verbindung zu unserem Seminarthema entdeckten. Bei der Pyrolyse werden kohlenstoffhaltige Materialien unter Sauerstoffausschluss erhitzt und dabei in verschiedene Produkte umgewandelt. Das Entscheidende dabei: Je nachdem, welcher Ausgangsstoff verwendet wird und unter welchen Bedingungen die Pyrolyse abläuft, entstehen unterschiedliche Stoffgemische. Anhand dieser Produkte können chemische Spuren untersucht und miteinander verglichen werden. Genau dieses Prinzip begegnet uns auch in der Tatortchemie: Ein Verbrechen hinterlässt Spuren – und Chemikerinnen und Chemiker versuchen, diese Spuren zu analysieren und daraus Informationen über ihre Herkunft oder Entstehung zu gewinnen. Bei der Pyrolyse entstehen ebenfalls charakteristische „chemische Fingerabdrücke”, die Hinweise auf das Ausgangsmaterial und den abgelaufenen Prozess geben können. Nach einer Einführung in die Arbeit von Fraunhofer UMSICHT bekamen wir einen Einblick in die technischen Anlagen und erfuhren, wie aus scheinbar wertlosen Reststoffen wieder nutzbare Rohstoffe entstehen können. Anschließend durften wir in kleinen Gruppen selbst experimentieren und dabei wissenschaftliches Arbeiten hautnah erleben.