Mehr als 60 Teilnehmer kamen am 25. Oktober 2026 zum spirituellen Stadtrundgang des Kolping Bezirksverbands Schwandorf nach Schwarzenfeld. Wegen des anhaltenden Regens fand die Veranstaltung im Mausoleum der Grafen von Holnstein statt.
„Einheit in spiritueller Vielfalt” – so lautete das Leitwort zum Kolping-Weltgebetstag, anlässlich dessen der spirituelle Stadtrundgang gestaltet wurde. Statt die geplanten vier Stationen zu besuchen, versammelten sich die Teilnehmer in der Kapelle des Mausoleums am Friedhof in Schwarzenfeld. Dort beleuchteten sie die Geschichte der Familie von Holnstein und verbanden historische Einblicke mit geistlichen Impulsen und Gebeten.
Kolping-Bezirksvorsitzender Hans Pronath begrüßte die Gäste, darunter Frater Elija von der Kongregation der Passionisten am Miesberg, Zweiten Bürgermeister Karl-Heinz Dausch, Markträtin Gabriele Wittleben und Martin Irl, Leiter des Holnstein-Archivs. Anhand historischen Einblicken von Martin Irl und Gabriele Wittleben, geistlichen Impulsen von Hans Pronath und Gebeten mit Frater Elija wurde ein gemeinsamer Weg von Glauben, Fürsorge und Geschichte erzählt – und von der Kraft, in aller Vielfalt eins zu sein.
Im Mittelpunkt standen vier Orte, die auf unterschiedliche Weise mit der Familie von Holnstein verbunden sind: das Kloster der Armen Schulschwestern, das Schloss Schwarzenfeld, die Alte Pfarrkirche St. Dionysius und Ägidius sowie das Mausoleum mit der Ahnengruft. Jeder Ort erzählt von Glauben, Verantwortung, Macht und Vergänglichkeit.
Ein Beispiel für das soziale Engagement der gräflichen Familie ist die Unterstützung von Bildung und Kinderbetreuung. Graf Maximilian von Holnstein setzte sich 1880 dafür ein, dass die Armen Schulschwestern in Schwarzenfeld ein Kloster mit Mädchenschule errichteten. Zwei Jahre später ermöglichte die großzügige Unterstützung von Gräfin Maximiliane von Holnstein die Eröffnung des ersten Kindergartens im Kloster. Damit prägte die Familie auch das soziale Leben im Ort.
Das Mausoleum selbst verdeutlichte das Leitwort „Einheit in spiritueller Vielfalt” auf besondere Weise. Seine Innenausstattung verbindet orientalisch anmutende Motive mit Formen, die an das frühchristliche und römische Abendland erinnern. Auch die gemeinsame Ruhestätte mehrerer Generationen steht für Verbundenheit über unterschiedliche Lebenswege und Zeiten hinweg.
Zum Abschluss dankte Hans Pronath Martin Irl für seine Mitwirkung. Anschließend lud die Kolpingsfamilie Schwarzenfeld die Teilnehmer zur gemeinsamen Einkehr ins katholische Pfarrheim ein. Bei Kaffee und Kuchen klang der Nachmittag in geselliger Runde aus.