Auch mit einer Krebserkrankung kann das Leben voller Lebensfreude, Unternehmungslust und Vitalität sein. Das zeigen mehr als 450 Mitglieder der Frauenselbsthilfe Krebs (FSH), die sich am 21. August auf den Weg zum Bundeskongress nach Magdeburg machten. Mit dabei war auch das Leitungsteam der FSH-Gruppe Leonberg das wie jedes Jahr an der dreitägigen Veranstaltung teil-nimmt. Der Bundeskongress der FSH ist für die engagierten Gruppenleiterinnen weit mehr als eine Fortbildung: Er ist Kraftquelle, Netzwerkplattform und ein Ort gelebter Gemeinschaft geprägt von Zuversicht, Zusammenhalt und Lebensfreude.
„Die Stimmung während des Kongresses ist einzigartig,“ sagt Anke Nebenführ, Leiterin der Gruppe Leonberg. „Wir erleben hier, wie viel Mut, Offenheit und Lebendigkeit unter uns Gleich-Betroffenen herrscht. Diese Energie nehmen wir mit in unsere Gruppen und geben sie weiter an Menschen, die oft gerade erst ihre Diagnose erhalten haben.“
Das Programm des diesjährigen Kongresses vermittelte wieder viel aktuelles Wissen zu medizinischen, psychoonkologischen und sozialrechtlichen Themen. Außerdem gab es praxisnahe Workshops, unter anderem mit Ideen für die Gruppenarbeit. Ein besonderer Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf psychoonkologischen Fragestellungen: Wie lässt sich ein guter Umgang mit den seelischen Folgen einer Tumorerkrankung finden? Antworten und Impulse gaben unter anderem die Vorträge: „Schönheit im Wandel: Selbstliebe, Körperbild und Intimität bei Krebserkrankungen“; oder „Post-traumatisches Wachstum: Wie Krisen, bei allem Schmerz, stark fürs Leben machen können“.
„Teil der FSH zu sein bedeutet, Teil einer großen, tragenden Gemeinschaft zu sein,“ so Anke Nebenführ. „Wir tankten beim Bundeskongress Kraft, Wissen und neue Ideen – und bringen all das mit nach Hause, um Betroffenen vor Ort Mut zu machen und Orientierung zu geben.“
Starke Gemeinschaft – gelebte Selbsthilfe
Wer an Krebs erkrankt, braucht mehr als medizinische Hilfe. Die FSH bietet seit bald fünf Jahrzehnten ein starkes Netzwerk, das auffängt, informiert und begleitet. Viele der Kongressteilnehmerinnen sind bereits seit Jahren Teil der FSH und haben ihre eigene Krebserkrankung überwunden. Heute engagieren sie sich ehrenamtlich im Gruppenleitungsteam. In speziellen Schulungen wurden sie auf diese Aufgabe vorbereitet. Sie fangen auf nach dem Schock der Diagnose, informieren über Hilfen zur Krankheitsbewältigung und begleiten in ein Leben mit oder nach Krebs.
„Ob alt oder jung, ob neu erkrankt oder langzeitüberlebend – bei uns sind alle Betroffenen und auch deren Angehörige herzlich willkommen“, versichert Anke Neben-führ. „Die Teilnahme an unseren Gruppentreffen ist kostenfrei und unverbindlich.“
Die Gruppe Leonberg trifft sich in mittwochs in geraden Kalenderwochen um 19:00 Uhr im Bürgerzentrum Stadtmitte (Neuköllner Str. 5), weitere Informationen unter www.frauenselbsthilfe-bw.de/Leonberg