Die Kurfürstliche Schloßwache unternahm mit ihrem befreundeten Verein dem Weydhauser Fähnlein eine Bildungsfahrt nach Prag. Ziel war der Weiße Berg, jener geschichtsträchtige Ort, an dem am 8.11.1620 die Schlacht zwischen Friedrich V. von der Pfalz und Maximilian v. Bayern entschieden wurde.
Friedrich V. , den sich die Kurfürstliche Schloßwache bei ihrer Gründung im Jahr 1998 zu „ihrem Kurfürsten„,als letzter pfälzische Kurfürst der Oberen Pfalz, erwählte. Er war nicht nur Kurfürst, sondern auch König von Böhmen. Die Niederlage gegen seinen Cousin Maximilian bedeutete das Ende seiner kurzen Herrschaft in Prag. Mit seiner Familie und seinem Hofstaat musste er ins Exil fliehen. Der Dreißigjährige Krieg, einer der verheerendsten Konflikte Europas, nahm damit seinen Anfang
Am Gedenkstein der Schlacht am Weißen Berg gedachten die beiden historischen Gruppen der Gefallenen. Sie legten Kränze nieder und stellten Kerzen – ein stilles Zeichen der Erinnerung an ein Ereignis, das die europäische Geschichte tief geprägt hat. Unterschiedliche Quellen sprechen von 2000 – 6000 Gefallenen. Mit dieser kleinen Zeremonie verbanden sich historische Erinnerung, tief empfundene Ehrfurcht und die Verantwortung das Wissen, um die Vergangenheit wachzuhalten.
Unweit des Schlachtfeldes wurden ein Kloster und die barocke Stiftskirche „Maria vom Siege“ von der Katholischen Liga errichtet. Heute ein Versöhnungsort.
Nach einer Zeit zur freien Verfügung ließen sich die Teilnehmer, bei einer nächtlichen Dinner-Schifffahrt auf der Moldau, verwöhnen.
Mit dieser Bildungsfahrt bewiesen die beiden Vereine einmal mehr, dass Geschichte nicht nur in Büchern lebt, sondern durch lebendiges Gedenken und gemeinschaftliches Handeln ihren Platz in der Gegenwart behält.