Der Heimat- und Kulturverein Freudenberg (HKV) stärkt den Dialekt. Dazu arbeitet der HKV mit dem Lehrstuhl für germanistische Linguistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München zusammen. Prof. Dr. Lars Bülow ist jetzt mit seiner Mitarbeiterin Magdalena Wank nach Freudenberg gekommen, um Tonaufnahmen von Dialektsprechern zu machen. Dabei ging es vor allem darum, wie in der Gegend von Freudenberg und Wutschdorf Relativsätze gebildet werden. Beispiel: Auf einem Kärtchen sind zwei Socken abgebildet, darunter steht: „Von ihnen hat Anna sogar drei Paar.” Wie drücken Dialektsprecher das aus? Das Genitivattribut „Annas Socken“ gibt es im nordbairischen Dialekt nicht, aber jede Menge sehr schöne und treffende Alternativen, wie bei dem Zusammentreffen in der Molzmühle zu hören war. Und das Beispiel „Annas Socken” war nur eines von vielen. Die Tonaufnahmen fließen in eine Studie ein, für die Prof. Bülow durch ganz Altbayern reist. Sein Team nimmt Dialektsprecher an 40 verschiedenen Orten in Ober-, Niederbayern und in der Oberpfalz auf. Freudenberg war die zwölfte Station. Prof. Bülow ist 42 Jahre alt und stammt aus Rostock in Mecklenburg-Vorpommern. Er kennt den nordbairischen Dialekt wahrscheinlich besser, als so manch Oberpfälzer. Bülow hat an der LMU München die Dialekt-App mitentwickelt, mit der Mundartausdrücke und Sprachvariationen gesammelt werden. Jeder ist eingeladen, hier sein Wissen einzubringen. https://dialektapp.bayern