Kaimling – Ein paar vereinzelte Regentropfen konnten der guten Stimmung keinen Abbruch tun: Auf Einladung des KDFB Kaimling begab sich am Sonntag, 31. Mai 2026, eine gut gelaunte Gruppe von Naturbegeisterten auf eine kleine, aber feine Kräuterwanderung durch den Elm. Dass man für kulinarische Entdeckungen und botanische Schätze nicht weit reisen muss, bewies diese Exkursion eindrucksvoll. Unter der fachkundigen Leitung von Kräuterführerin Marina Eiberweiser lernten die Teilnehmer Pflanzen kennen, die bei vielen auch direkt vor der Haustür oder im eigenen Garten wachsen. Schon der Empfang durch Marina Eiberweiser stimmte auf die Kräuterwanderung ein. Zur Begrüßung reichte sie einen erfrischenden Apfelsaft beziehungsweise Sekt, der mit frischem Gundermann verfeinert war. Das unterschätzte Kraut, das in fast jedem heimischen Garten zu finden ist, verlieh dem Getränk eine überraschend würzige, leicht minzige Note und regte sofort die Gespräche über die Vielfalt der Wildkräuter an. Während der gemütlichen Wanderung verstand es die Kräuterführerin hervorragend, den Blick für das vermeintliche „Unkraut“ am Wegesrand zu schärfen. Im Fokus standen vor allem Pflanzen, die bei vielen auch zu Hause im Garten oder im Rasen wachsen, oft aber unbeachtet bleiben. So ist der von vielen Gärtnern als hartnäckiges Unkraut bekannte Giersch eine echte Vitaminbombe und wirkt entzündungshemmend. Als ihr absolutes Lieblingskraut bezeichnet Eiberweiser die Brennnessel. Ein echtes heimisches Superfood. Die Powerpflanze übertrifft das herkömmliche Gemüse in ihren Nährwerten um ein Vielfaches, außerdem enthält sie große Mengen an wertvollen Mineralstoffen wie Eisen, Kalium und Vitamin C. Voller Interesse verfolgten die Teilnehmer die Erläuterungen der Kräuterführerin über die vielen verschiedenen Kräuter, wie Rotklee in den Wechseljahren, Spitzwegerich als Sirup gegen Husten und vieles mehr. Eiberweiser erklärte nicht nur, wie man die Kräuter sicher bestimmt, sondern gab auch praktische Tipps, wie Ölauszüge, Cremes, Tinkturen oder Tees hergestellt werden. Nach der lehrreichen Runde durch die Natur wartete das nächste Highlight auf die Teilnehmer. Die Kräuterführerin hatte verschiedene hausgemachte Köstlichkeiten vorbereitet, wie Wildkräuter-Focaccia, Zupfbrot mit Bärlauchbutter, Gierschlachsrolle, gefüllte Eier mit Wildkräutern und Erdbeer-Joghurt-Dessert mit Süßdoldenpesto. Die Wildkräuter zeigten hierbei ihr volles kulinarisches Potenzial und bewiesen, dass Naturküche hervorragend schmeckt. Zum Abschied gab es für jeden Gast noch zwei besondere, von der Kräuterführerin vorbereitete Präsente als Erinnerung an diesen rundum gelungenen Nachmittag: eine liebevoll selbstgemachte Kräutersalbe für die Hausapotheke sowie ein Säckchen, um den Duft und die Farben des Sommers für die kalte Jahreszeit einzufangen. Bereichert mit viel neuem Wissen machten sich die Teilnehmer auf den Heimweg – mit dem Versprechen, das „Grün“ im eigenen Garten und am Wegesrand ab jetzt mit ganz anderen Augen zu sehen.