Besichtigung einer Biogasanlage in Fuhrn – Ortsobmänner diskutierten über die Zukunft der erneuerbaren Energien in der Landwirtschaft
19.07.2026 Schwandorf/Fuhrn. Wie kann die Landwirtschaft auch künftig einen wichtigen Beitrag zur sicheren und klimafreundlichen Energieversorgung leisten? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Ortsobmänner des Bayerischen Bauernverbandes im Landkreis Schwandorf bei einer Betriebsbesichtigung auf dem Hof der Familie Schießl in Fuhrn. Im Mittelpunkt standen die aktuellen politischen Rahmenbedingungen für Biogasanlagen sowie die Rolle der Landwirtschaft bei der Energiewende.
Der Betrieb der Familie Schießl zeigt beispielhaft, wie landwirtschaftliche Produktion und erneuerbare Energien miteinander verbunden werden können. Die Biogasanlage liefert nicht nur Strom, sondern versorgt auch Wohnhäuser und den eigenen Betrieb mit Wärme. Gleichzeitig wird der anfallende Wirtschaftsdünger sinnvoll genutzt und regionale Wertschöpfung geschaffen.
„Unsere landwirtschaftlichen Familienbetriebe investieren seit vielen Jahren in erneuerbare Energien und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zum Klimaschutz“, betonte BBV-Kreisobmann Josef Irlbacher. Damit diese Investitionen auch künftig möglich seien, brauche es jedoch langfristig verlässliche politische Rahmenbedingungen.
Der Bayerische Bauernverband sieht insbesondere beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und bei der Ausgestaltung des Biomassepakets weiterhin erheblichen Nachbesserungsbedarf. Aus Sicht des Verbandes sind wirtschaftliche Anschlussregelungen für bestehende Biogasanlagen unerlässlich. Viele Anlagen erreichen in den kommenden Jahren das Ende ihrer EEG-Förderung. Ohne tragfähige Perspektiven drohe wertvolle Erzeugungskapazität verloren zu gehen.
Darüber hinaus fordert der BBV eine stärkere Berücksichtigung der Landwirtschaft beim weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Dazu gehören unter anderem bessere Rahmenbedingungen für Agri-Photovoltaik, der Vorrang von Dachflächen vor der Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Nutzflächen sowie eine stärkere Nutzung regionaler Biomassepotenziale.
„Biogas ist weit mehr als Stromerzeugung. Es verbindet Energieproduktion, Kreislaufwirtschaft und regionale Landwirtschaft. Dieses Potenzial müssen wir erhalten und weiterentwickeln“, so Irlbacher.
Im Anschluss an die Betriebsbesichtigung nutzten die Ortsobmänner den Austausch, um über aktuelle agrarpolitische Themen und die anstehenden Verbandswahlen im Herbst zu informieren.