Über ein intensives Vereinsjahr konnte der Vorstand des Ameisenschutzvereines Landkreis Tirschenreuth bei der Mitgliederversammlung im Goldenen Stern in Falkenberg zurückblicken. Während von Privatgrundstücken 6 Nester umgesiedelt werden mussten, forderte insbesondere der Bau der Gleichstromtrasse die Aktiven. Von der vorgesehenen Trassenführung des SüdOstLinks mussten 37 Nester der Kahlrückigen Waldameise (Formica Polyctena) an andere Standorte gebracht werden. Der Bau einer Wasserleitung im Gebiet der Kommune Plößberg machte den Einsatz bei 6 Nestern nötig.
Der Vorsitzende Michael Weiß bat für das Jahr 2026 um Unterstützung aller Heger, da die Stromtrasse noch weitere intensive Einsätze nötig machen wird.
Zu einem Vortrag über die „Wilde Weiden Waldnaabaue” in der Tirschenreuther Teichpfanne konnte Projektleiterin Claudia Fuchs von der Unteren Naturschutzbehörde begrüßt werden. Sie stellte die Entwicklung des Projektes und die weitere Zukunft in einem spannenden Vortrag vor. Ziel ist eine große, zusammenhängende Weidelandschaft mit ganzjähriger Beweidung, welche derzeit mit Wasserbüffeln und dem Roten Höhenvieh realisiert wird. Die Tiere sollen dabei als Landschaftsgestalter aktiv werden, indem sie der Verbuschung entgegenwirken und durch Samenverbreitung mehr Blühpflanzen ermöglichen und somit die Nahrungsquellen für andere Arten erhöht werden. Wasserbüffel schaffen Kleingewässer zum Suhlen, das Rote Höhenvieh kommt mit kargen Flächen und rauem Klima hervorragend zurecht. Insgesamt soll die Projektfläche einmal rund 200 Hektar umfassen. Der aktuelle Projektzeitraum läuft bis Ende 2026, es ist schon eine Verlängerung in Vorbereitung. Durch eine wissenschaftliche Begleitung soll die Entwicklung des Projektgebietes überwacht werden. Themen sind dabei die Entwicklung der Flora und Fauna, Veränderungen bei der Biodiversität und wie sich eine solche Beweidungsart einmal wirtschaftlich weitestgehend eigenständig tragen kann.