Wenn beim Kühnhauser-Saal in Waldthurn die Stühle knapp werden und die ersten Töne erklingen, wird’s gemütlich! Und wenn dann auch noch gefragt wird: „Ja, wos gibt’s denn heid aaf d’Nacht?“, dann ist die Antwort schnell gefunden. Jede Menge Musik, eine deftige Brotzeit, ein süffiges Getränk und vor allem ein Abend, bei dem nicht nur die Sänger, sondern auch die Zuhörer die Stimmbänder strapazieren.
Unter diesem Motto hatte sich am Freitagabend eine stattliche Schar von Freunden der Wirtshausmusik eingefunden. Der Saal war voll, die Stimmung bestens und die Kehlen waren ausreichend geschmiert.
Begrüßt wurden die Gäste von Bernhard Unger von tonArt, der die Besucher auf einen geselligen Wirtshaussingen-Abend einstimmte. Mit dabei waren der einladende Waldthurner Chor tonArt unter der Leitung von Christoph Pausch sowie der Männergesangverein „Sangeslust“ Georgenberg mit seinem Chorleiter Johannes Haider. Andreas Augustin sorgte mit seiner Knopfharmonika für den unverwechselbaren oberpfälzischen Klang. Es war genau jene Mischung, die einen echten Wirtshausabend ausmacht. Pausch, mit seiner Geige im Anschlag und am E-Piano begleitend, hatte seine tonArt-Sängerinnen und Sänger bestens vorbereitet – schnell sprang der musikalische Funke auf das Publikum über. Beeindruckend von tonArt das „bekannte deutsche Volkslied „Kein schöner Land in dieser Zeit“ auf Deutsch und mit einem Suaheli-Vokalsatz unterlegt. Bei der musikalischen Liebeserklärung an die „Binsnlou in der der Himmel blau“ ist, bewies tonArt, dass man in Waldthurn nicht nur gut singen, sondern auch musikalisch ganz hervorragend über die Heimat philosophieren kann. Auch die „Sangeslust“ vom Grenzland ließ sich nicht lumpen. Chorleiter Johannes Haider hatte seine Mannen mitgebracht. Unterstützt von Michael Haider am Schifferklavier sowie den Gitarren mit Simon und Thomas Haider brachten die Georgenberger unter anderem das „Bajazzo“ und die „Bergvagabunden“ zu Gehör. Auch bei „Die Gitarren klingen leise durch die Nacht“ zeigte sich, dass die Sangeslust ihren Namen durchaus verdient. Die musikalischen Darbietungen wechselten sich mit gemeinsamen Liedern der Chöre und auch der Gäste ab.

Bocka und Bock
Die einen sorgten für den guten Ton, der Bürgermeister für ein gutes Getränk.
Waldthurns Bürgermeister Georg Bocka war nicht am Rednerpult, sondern zapfte das Bier! Auch sein Amtskollege aus Georgenberg, Bürgermeister Wolfgang Bock, ließ sich das gesellige Treiben nicht entgehen und war ebenfalls ins Bocka-Wirtshaus zum Kühnhauser gekommen. Mit viel Humor begleitete Petra Schwab von tonArt mit witzigen Begebenheiten den Abend.

Eine kurze spontane Gesangseinlage war das Lied „Wahre Freundschaft“ von einigen Sängerinnen des früheren Frauenchors „Vera musica“.

Bekannte Melodien, kräftige Stimmen, herzhaftes Lachen und zwischendurch ein wenig Ratschen. „Soll den dös a Kirwa sa“ und „Springt der Hirsch übern Booch“ klang es aus den Kehlen der Protagonisten und Zuhörer gleichzeitig. Denn selbstverständlich wurde vor dem musikalischen Feierabend eine Zugabe gefordert. So erklang schließlich noch „Singen ist schön“ – ein Titel, der die Botschaft des Abends kaum treffender hätte zusammenfassen können. Das Leben in der „Binsnlou“ hallte nochmal – bei freiem Eintritt – nach viel Stimmung, mehreren Chören, instrumentaler Begleitung, humorvollen Einlagen durch den Kühnhauser-Saal.