Die Familie von Eyb hatte die Mitglieder des Historischen Vereins Ebermannsdorf zu einem interessanten Nachmittag innerhalb der Schlossmauern eingeladen. Am eisernen Eingangstor hieß Eckart von Eyb seine „Schloss-Gäste” willkommen. Im Innenhof verspürten die Exkursionsteilnehmer das besondere Flair mit dem überdimensionalen Schloss-Tor und den dahinter liegenden dumpfen Hallen des Haupthauses mit einem Anflug von Barock und der Aura der Schlossgeschichte, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. Das heutige Aussehen geht auf Johann Josef von Dürr zurück der das Schloss vor über 300 Jahren erworben und ausgebaut hat. Hinter den mächtigen und dicken Mauern des alten Verbindungsturm zur Johannes-Kirche hinüber erlebten die Besucher ein großes Treppenhaus, das noch immer mit seinen Wanddekorationen den Hauch von Rittertum versprüht.
Ihr Weg führte auch in den großen Saal, wobei groß natürlich relativ ist. Die Wände dekorieren Gemälde von Ahnherrn und Schlossbesitzern. Ein großer Kachelofen und ein Kronleuchter vermitteln Geborgenheit. Aus den Fenstern hat man einen herrlichen Blick auf das Dorf. Die Besucher bestaunten eine gedeckte Tafel, auch wenn mancher der Gäste nur ehrfürchtig Platz nahm.
Man ertappt sich bei dem Gedanken, wie es wohl gewesen sein mag, hier in Abendgarderobe zu tanzen – und wie kalt es in den damals zugigen Räumen im Winter gewesen sein mag. Wieso haben die Burgherren vor über achthundert Jahren nicht auf der gegenüberliegenden Seite gebaut? Dort hätte zumindest die Sonne ab und zu die dicken Mauern erwärmt. „Darüber gibt es leider keine Quellen”, meinte Freiherr von Eyb. Bis zum Einbruch der Dunkelheit tauschten sich Schlossherr und Gäste in einem lockeren Gespräch aus. Der Historische Verein bedankte sich mit kleinen Präsenten bei der Familie von Eyb für die Einladung und sprach auch nochmal den besonderen Dank an Hubertus von Eyb aus, der seit zwanzig Jahren das Gelände, die Scheune und den Strom für die Burgweihnacht bereitstellt.