Einen ganz besonderen „Rauswurf“ erlebten am vergangenen Mittwochnachmittag 16 Vorschulkinder der Kindertagesstätte St. Josef in Waldthurn – und ein Mann, der über Jahre hinweg zum festen Bestandteil der Kita-Familie und der Grundschule gehörte: Hausmeister Lothar Schön.
Bereits am Vormittag war das Kindergartenjahr mit einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Sebastian abgeschlossen worden. Am Nachmittag folgte dann der traditionelle Abschied aus der Kita – diesmal jedoch mit einer zusätzlichen, besonders emotionalen Note. Denn neben den künftigen Schulkindern wurde auch „ihr Lothar – der Hausi“ verabschiedet, der nach 13 Jahren als Hausmeister in der Kita und insgesamt 35 Jahren an der Wolfgang-Caspar-Printz-Grundschule in den wohlverdienten Ruhestand tritt.
Was die Erzieherinnen gemeinsam mit den Kindern für diesen Anlass vorbereitet hatten, war bemerkenswert. Mit viel Herzblut und Kreativität gestalteten sie eine Abschiedsfeier, die den Geehrten sichtlich bewegte. Der überraschte Hausmeister konnte die vielen liebevollen Gesten kaum fassen.
Ein Höhepunkt war das eigens komponierte Lied „Unser Lothar geht in Rente“, das von Kindern, Erzieherinnen sowie Eltern und Großeltern gemeinsam gesungen wurde. Darin wurde humorvoll und zugleich dankbar beschrieben, wie zuverlässig der Hausmeister stets zur Stelle war, „wenn es klemmte oder klapperte“.
Seine Enkeltochter Mathilda, die ebenfalls als Vorschulkind von der Kita verabschiedet wurde, sang für ihren Opa.
Kita-Leiterin Sonja Kick dankte dem „Hausi“, wie sie ihn nannten, mit einer Laudatio und versah ihn mit dem Motto: „Unser Alltagsheld hängt seinen Umhang an den Nagel“.
Anschließend stand der Abschied der Vorschulkinder im Mittelpunkt. Mit den Liedern „Ade, du schöne Kindergartenzeit“ und „Wir sind die Schulanfänger“ verabschiedeten sich die Mädchen und Buben aus ihrer vertrauten Umgebung. Jedes Kind erhielt persönlich eine Abschiedsurkunde sowie eine kleine Schultüte als Erinnerung an die gemeinsame Zeit.
Auch vonseiten der Eltern gab es Dankesworte. Ilona Schwemmer überbrachte im Namen der Eltern der Vorschulkinder ihre Anerkennung und überreichte den roten und blauen Gruppen einen großen Sitzsack. Sie betonte, wie sehr Eltern und Kinder die hervorragende Betreuung und das Engagement des gesamten Kita-Teams schätzten.
Den emotionalen Schlusspunkt bildete schließlich der traditionelle „Rauswurf“.
Erzieherin Carolina Nemcová beförderte auch den „Hausi“ symbolisch mit einigen starken „Gehilfen“ in einer Schubkarre in die Rente. Seine Enkeltochter Mathilda sprang ebenso aus der Kita in das kommende Schulleben wie die weiteren 15 Mädchen und Buben, die dabei eine deutlich bessere Figur in Sachen Haltungsnoten machten als der lächelnde Neurentner. Mit dem Spruch „Zuerst die Rechte, dann die Linke – beide Hände winke winke, und zum Schluss gibt’s einen Abschiedskuss“ wurden die Kinder einzeln aufgerufen. Mit einem beherzten Sprung über einen großen Kasten landeten sie auf einer großen Weichbodenmatte – symbolisch hinaus aus der Kita und hinein in einen neuen Lebensabschnitt im benachbarten Schulgebäude.