„Heimgehen” war das Thema einer Veranstaltung, zu der der Amberger Hospizverein zusammen mit der KEB Amberg in die Stadtbibliothek Amberg eingeladen hatte. Irmtraut Schicker und Marianne Stangl vom Caritas Hospizdienst Tirschenreuth trugen dabei berührende Gedichte und Texte zum Thema Liebe, Abschied, Tod und Trauer vor. Neben sehr persönlichen Berichten über ihre Erfahrungen mit dem Sterben lieber Angehöriger im Kreis der Familien und ihrer damit verbundenen Trauer erfuhren die Besucher auch, wie eine fortschreitende Demenzerkrankung die Angehörigen im häuslichen Umfeld an ihre Grenzen bringt. Oftmals sei der Tod die ersehnte Erlösung. Der Tod komme aber nicht immer sanft daher, so Schicker, z.B. wenn er plötzlich kommt, bei einem Suizid oder auch bei jungen Menschen. Der Verlust eines Angehörigen mache immer traurig. Dabei betonten die Referentinnen, dass Trauer Zeit brauche und so lange dauern dürfe, wie sie dauert. Ergänzt wurden die Berichte mit Gedichten zum Thema von Hermann Hesse, Rainer Maria Rilke, Eduard Mörike und Michelangelo, die Hoffnung vermitteln. Sie alle sahen in ihren Werken den Tod als Teil des Lebens, vor dem man sich nicht fürchten muss. So schrieb Hesse in einem Gedicht von einer erlösenden Rückkehr in den Ursprung und Michelangelo sprach davon, dass er mit dem Ableben nicht tot sei, sondern nur die Räume wechsle. Musikalisch begleitet wurde die Lesung von den „Hospiz Veeh 'n” aus Tirschenreuth, die die Besucher auf ihren Veeh-Harfen mit einfühlsamen Klängen berührten. Jürgen Klein präsentierte dazu wunderschöne Wolkenbilder und empfahl den Besuchern, den Blick regelmäßig auf die Wolken und in den Himmel zu richten. Tuncer Ayten, 3. Bürgermeister von Amberg, dankte dem Hospizverein in seinem Grußwort für die Begleitung schwerstkranker und trauernder Menschen. Dabei betonte er, dass es nicht viele Situationen im Leben gebe, wo Worte fehlen. Tod und Trauer gehören für ihn dazu. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Hospizvereinsvorsitzenden Georg Franz Fröhler, der den Künstlern für ihre einfühlsamen und berührenden Beiträge dankte.