Wenn die Kirwa ausgegraben ist und die Fahne über Eschenbach weht, dauert es nicht lange, bis auch beim Taubnschuster die Krüge auf den Tischen stehen. So war es auch am Freitag vor einer Woche: Nachdem der Kirwaverein am Nachmittag den traditionellen Auftakt übernommen hatte, lud der Heimatverein am Abend zu seinem Kirwa-Zoigl in die Wassergasse.
Und dort wurde schnell deutlich, warum dieser Abend seit Jahrzehnten zum festen Kirwa-Programm gehört. Die gemütlichen Stuben füllten sich, auch im frisch renovierten ehemaligen Kuhstall wurde zusammengerückt, geredet und gelacht.
Für eine solide Grundlage sorgte das Küchenteam mit Bauernseufzern und Kraut, warmem Leberkäse mit Kartoffelsalat und weiteren deftigen Brotzeiten. Durstig musste ebenfalls niemand bleiben. Das Eschenbacher Kommunbier kam frisch gezapft in die Krüge und fand so viele Abnehmer, dass die Schankkellner kaum zum Verschnaufen kamen.
Auf musikalische Dauerbeschallung verzichtete der Heimatverein ganz bewusst. Beim Zoigl sollte schließlich nicht gegen Lautsprecher angebrüllt werden müssen. Stattdessen gehörte der Abend den Gesprächen am Tisch. Es wurde erzählt, gelacht, das Neueste aus Eschenbach ausgetauscht und, wie es sich in der Oberpfalz gehört, ausgiebig „dischkriert”.
So wurde es spät in der Wassergasse. Erst nach Mitternacht gingen die Biervorräte langsam zur Neige und auch der letzte Bauernseufzer war geknackt.
Ein Ende der Kirwa bedeutete das freilich noch lange nicht. Schließlich hatte sie gerade erst angefangen.