Wir hatten eins zum Kurbeln“, „Und wir hatten sogar ein Elektrisches“. Diese und ähnliche Äußerungen konnte man kürzlich in der Tagestätte Herbstsonne in Pleystein vernehmen. Die Rede war vom Butterfass, dass früher in vielen Haushalten unserer Gäste vorzufinden war. Im Rahmen des täglichen Beschäftigungsprogrammes fand in der Tagesstätte ein gemeinsames Ausbuttern statt.
In früherer Zeit war es zu Hause üblich, Butter selbst herzustellen. Die Milch stammte häufig von den eigenen Kühen oder Ziegen und aus dem abgeschöpften Rahm wurde durch kräftiges Schütteln, Stampfen oder Schlagen frische Butter gewonnen. Diese Arbeit erforderte damals wie heute Geduld, Ausdauer und Geschick. Heutzutage, wo die Butter einfach im Supermarkt gekauft werden kann, ist das Selbstherstellen eher in Vergessenheit geraten. Deshalb wollten wir diese traditionelle Tätigkeit und die damit verbundenen Erinnerungen wieder aufleben lassen.
Zuerst wurde die Theorie besprochen. Denn wenn aus Rahm Butter werden soll, müssen mehrere Kriterien beachtet werden. Es spielt sowohl die richtige Temperatur, der Fettgehalt der Sahne sowie die Zeit und die Intensität des Stampfens eine Rolle. Selbstverständlich kam einiges an Fach- und Vorwissen unserer Besucher zum Vorschein. Auch unterschiedliche Herstellungsmethoden und verschiedene Materialien aus denen Butterfässer früher bestanden wurden thematisiert.
Schließlich ging es ans Eingemachte oder vielmehr ans Schraubglas und ans Butterfass. Fast 45 Minuten musste nun abwechselnd und mit vereinten Kräften der Rahm bearbeitet werden, bis sich endlich die Butter von der Molke trennte. Besonders schön war es, dass die Gäste dabei eigene Erfahrungen und Geschichten miteinander teilten. Die Geschichte vom Fürstenberger Butterfass gestaltete die Zeit des Stampfens kurzweilig.
Nicht zuletzt wurde die selbst produzierte Butter auf Broten pur oder mit Schnittlauch und süße Buttermilch verkostet. Auch ein wenig selbst hergestellte Schlagsahne wartete darauf, vernascht zu werden. Dabei entstanden Gespräche über alte Gewohnheiten, die Ernährung von Früher und die Aufgaben, die damals im Alltag erledigt werden mussten. Ein Stück Leben von aus längst vergangenen Tagen wurde wieder spürbar gemacht.