Um älteren Menschen in Bayern eine stärkere Beteiligung an kommunalen und landespolitischen Entscheidungsprozessen zu ermöglichen, wurde zum 1. April 2023 das Bayerische Seniorenmitwirkungsgesetz verabschiedet.
Vor diesem Hintergrund lud der Seniorenbeirat der Stadt Marktredwitz gemeinsam mit dem zuständigen Sachgebiet Schule, Kultur, Sport und Soziales den langjährigen ehemaligen Seniorenbeauftragten des Landkreises Wunsiedel, Konrad Scharnagl, zu einem informativen Vortrag ein.
Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher erfuhren, dass auch im Landkreis Wunsiedel der Anteil älterer Menschen stetig zunimmt. Um deren Interessen angemessen zu vertreten, wurden in den Gemeinden entsprechende Seniorenvertretungen eingerichtet. Grundlage für die zukünftige Ausrichtung der Seniorenarbeit ist unter anderem das Seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises.
Die darin enthaltenen Zahlen verdeutlichen die demografische Entwicklung: In Marktredwitz sind bei einer Einwohnerzahl von etwas mehr als 17.000 Menschen bereits rund 4.500 Einwohnerinnen und Einwohner 65 Jahre oder älter. Da mit einem weiteren Anstieg dieser Altersgruppe zu rechnen ist, gewinnt das Thema Seniorenarbeit zunehmend an Bedeutung.
Für die Kommunen ergibt sich daraus die Aufgabe, die vorhandene Infrastruktur an den wachsenden Bedarf anzupassen und die Angebote für ältere Menschen nachhaltig und zukunftsorientiert auszubauen. Gleichzeitig gilt es, die Potenziale der sogenannten „jungen Alten” stärker zu nutzen, attraktive Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement zu schaffen und möglichst viele Bürgerinnen und Bürger für zukunftsweisende Projekte zu gewinnen. Als Beispiele nannte Scharnagl unter anderem Nachbarschaftshilfen und die aktive Mitgestaltung der Gemeindeentwicklung.
Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine rege Diskussion über verschiedene Herausforderungen, mit denen ältere Menschen im Alltag konfrontiert sind. Dabei ging es unter anderem um die zunehmende Digitalisierung, gesellschaftliche Teilhabe und die Frage, wie die Bedürfnisse und Anliegen älterer Menschen künftig noch stärker berücksichtigt werden können. Auch Themen wie die Versorgung im Alter, die Unterstützung bei der Pflege, bürokratische Hürden und die finanzielle Situation im Ruhestand wurden angesprochen.
Der Austausch machte deutlich, wie vielfältig die Themen sind, die ältere Menschen beschäftigen, und wie wichtig es ist, ihre Erfahrungen und Perspektiven in gesellschaftliche und politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Zugleich wurde deutlich, dass Seniorenmitwirkung einen wichtigen Beitrag dazu leisten kann, die Lebensqualität älterer Menschen zu erhalten und die Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter zu verbessern.
Zum Abschluss bedankte sich die Vorsitzende des Seniorenbeirats, Angela Gronau, bei Konrad Scharnagl für den aufschlussreichen und anregenden Nachmittag. Zugleich lud sie alle älteren Bürgerinnen und Bürger der Stadt Marktredwitz dazu ein, sich aktiv einzubringen und die Möglichkeit zu nutzen, ihre Interessen und Anliegen über den Seniorenbeirat zu vertreten.