Die Seniorenbeauftragten des Landkreises Wunsiedel i. Fichtelgebirge haben Ende September den Medizincampus in Selb besucht. Landrat Peter Berek, der zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrates des Klinikums ist, Vorstand Alexander Meyer und Pflegedirektor Manuel Schaumberger gaben zum Auftakt einen Überblick über die Gesundheitsversorgung im Landkreis.
Die Seniorenbeauftragte Ursula Schricker schilderte, dass viele ältere Menschen sich Sorgen um die Zukunft des Klinikums in Marktredwitz machen. Landrat Peter Berek stellte klar: „Wir können das Krankenhaus nicht einfach schließen, weil wir einen gesetzlichen Sicherstellungsauftrag haben. Wir müssen dann erst an Themen rangehen, die nicht Kernaufgabe eines Landkreises sind.“ Auch ambulante Angebote seien keine Kernaufgabe des Landkreises, „wir kümmern uns aber trotzdem“.
Beim anschließenden Rundgang interessierten sich die zahlreichen Gäste besonders für die Ansiedlung von Ärztinnen und Ärzten sowie das Wohnheim für die Designschüler. Positiv hervorgehoben wurden die moderne Ausstattung der Praxen und die digitale Technik, etwa die elektronische Terminbuchung. Die Besucherinnen und Besucher waren von der vielfältigen Nutzung des Krankenhauses überrascht.
Aus der Runde kamen dann zahlreiche Anregungen und Vorschläge: mehr Kinderärzte, eine Übernachtungsmöglichkeit nach ambulanten Operationen, denkbar über Kurzzeitpflege, Kooperationen mit Altenheimen, ein Tag der offenen Tür sowie ein Hinweis auf das Außengelände, das für ältere Menschen teilweise noch Verbesserungspotenzial hat. Die Verantwortlichen nahmen die Vorschläge gerne auf.
Uschi Schricker fragte dann nach den Plänen für eine grenzüberschreitende Versorgung. Mit Blick auf die Ansiedlung von Daimler in Cheb (CZ) rechnet der Landkreis mit zusätzlichem Versorgungsbedarf für rund 5.000 Menschen. Dies gestaltet sich aufgrund der verschiedenen Systeme schwierig. Zudem stehe man im Austausch mit der Politik im Landkreis Tirschenreuth, da rund 30 Prozent der Patientinnen und Patienten von dort kommen.