An die Tradition seiner früheren ganztägigen Vereins-Oktoberfeste knüpfte das Katholische Landvolk Burkhardsreuth heuer mit seinem Herbstfest im Gasthaus „Zur Wirti” an. Wer wollte, konnte ein Mittagessen vorbestellen, am Nachmittag gab es für die rund 40 Besucher Kaffee und Kuchen, und Martin Hörl stellte das vor knapp einem Jahr eröffnete Tagespflegeangebot des Roten Kreuzes im Eschenbacher Rettungswachenhaus vor.
Strenggenommen, so der Initiator und Leiter dieses Dienstes, vermittele die traditionell verwendete Bezeichnung „Tagespflege” ein irriges Bild: „Tagesbetreuung mit einem kreativen Programm an einem schönen Ort zum Wohlfühlen, Spaßhaben und Miteinander-Reden ist treffender, das 'Pflegerische' betrifft hauptsächlich die eventuell benötigte Hilfe bei Toilettengängen und die Anregung, ausreichend zu trinken.” Die Mittagsspeisen beziehe man überwiegend vom Eschenbacher Seniorenheim, jedoch bereite das achtköpfige „Tagespflege”-Team, dessen Mitglieder als Pflegefachkräfte oder Betreuungsassistenten qualifiziert seien, Suppen und andere Vorspeisen, Nachspeisen sowie Kaffee und Kuchen selbst zu: „Wer von den Gästen dabei mitmachen möchte, ist willkommen.”
Um die körperliche und geistige Fitness zu fördern, gehörten ferner Bewegungsrunden und Spiele, von Zeit zu Zeit auch Andachten und Vorträge sowie Darbietungen der Trabitzer Volkstanz-Trachtenjugend, des Eschenbacher Kinderchors oder des Faschingsvereins zum Programm. Etwa ab 16 Uhr kehrten die Teilnehmer nach Hause zurück. Zurzeit betreue man an die 40 Gäste, wobei nicht alle täglich von Montag bis Freitag kämen: „Das kann jeder frei entscheiden.” Tagesbetreuungskosten würden teilweise von der Pflegekasse übernommen: „Der Eigenanteil hängt von der Zahl der Besuchstage, vom Pflegegrad und vom Anfahrtsweg des Fahrdienstes ab.” Wer an allen fünf Werktagen teilnehme, zahle maximal einen Eigenanteil von etwa 500 bis 600 Euro pro Monat, informierte Martin Hörl.