Am Sonntagmorgen des 13. September bestiegen 48 Teilnehmer der 18. Reise des Kirchenchores St. Wenzeslaus Schönsee unter der bewährten Führung des Chorleiters Hubert Reimer den Bus der Firma Fischer aus Teunz. Nach der letztjährigen Fahrt in den flachen Norden Deutschlands ging es heuer wieder Richtung Süden in die Berge. Das Hotel in Rankweil in Vorarlberg war wegen seiner Grenznähe zur Schweiz, zum Fürstentum Liechtenstein und zum Bodensee der optimale Standort für diese Reise ins Vierländereck. Auf der Hinfahrt besuchten wir die Erzabtei St. Ottilien und die Basilika des Benediktinerklosters Ottobeuren, die als eine der schönsten Barockkirchen in Süddeutschland gilt.
Von Bregenz, der Hauptstadt von Vorarlberg, fuhren wir mit dem Schiff auf dem Bodensee über Lindau nach Friedrichshafen. Und über uns schwebte immer wieder ein Zeppelin. Zurück in Bregenz brachte uns die Seilbahn auf den Pfänder, wo wir bei strahlendem Sonnenschein herrliche Ausblicke auf die Bergwelt genießen konnten. Der Stadtbummel auf der Promenade am See endete in der mit ihren 7000 Sitzplätzen beeindruckenden Bühne der Bregenzer Festspiele. Vaduz, die Hauptstadt des nahen Fürstentums Liechtenstein, besichtigten wir zu Fuß und mit dem „Citytrain“. Chur, die älteste Stadt der Schweiz, beeindruckte durch ihre verwinkelten Gassen und ihre 800-jährige Bischofskirche, in der der Chor ein Lied zum Besten gab.
Die Schmalspurbahn von Chur zum Bergkurort Arosa überquerte unzählige Brücken und Viadukte. Dabei bewältigte sie 1000 Höhenmeter und wurde so zum Erlebnis für alle Fahrgäste. Viele und sehr enge Kurven und steile Bergstraßen wurden unserem Busfahrer abverlangt, der aber diese Herausforderung bravourös meisterte. So führte die Route nicht durch den Tunnel, sondern über den Arlbergpass nach Tirol ins Paznauntal, vorbei an dem bekannten Skiort Ischgl nach Galtür, wo wir im Alpinarium, einem Museum, das an eine Lawinenschutzmauer angebaut wurde, an die Lawinenkatastrophe 1999 erinnert und über das harte Leben im Hochgebirge informiert wurden. Danach ging die Reise hinauf auf 2032 m zur Bielerhöhe, wo ein Spaziergang auf der Staumauer des Silvretta-Stausees traumhaften Rundblick auf die Berge rundum bot.
Am nächsten Tag wurden wir eingeführt in die moderne Käseherstellung in der Sennerei Bezau, die 1400 Tonnen Heumilchkäse im Jahr produziert. Bei den Kostproben kamen viele auf den Geschmack und kauften im Laden reichlich ein. Die anschließende Seilbahnfahrt auf den Diedamskopf bei Schoppernau und auch der restliche Anstieg hinauf zum Gipfel auf 2090 m sollte uns den Blick auf 300 Berge eröffnen, doch der Nebel verhinderte dies leider.
Die Fahrt am schweizerischen Südufer des schwäbischen Meers endete in Konstanz, der größten Stadt am Bodensee. Wir besichtigten auf einem Spaziergang durch die historische Altstadt das romanische Münster „Unsere Liebe Frau“, die ehemals Bischofskirche und Sitzungssaal des Konstanzer Konzils (1414–1418) war. Den Höhepunkt des Tages bildete der Rundgang auf der Insel Mainau mit ihren prächtigen Blumenarrangements, dem Schloss der gräflichen Familie Bernadotte und dem Schmetterlingshaus. Die Fähre brachte uns nach Meersburg, wo wir die Umrundung des Sees fortsetzten und vorbei an Lindau und durch den Pfändertunnel wieder in Österreich ankamen.
Den letzten Programmpunkt unserer Reise bildete ein Ausflug ins Brandnertal. In Bludenz angekommen, umwehte Schokoladenduft unsere Nase; die berühmte Milka-Schokolade wird hier produziert, jährlich ca. 60000 Tonnen. Natürlich war der Besuch der Ausstellung über die Entwicklung der Firma vom damaligen Gründer Suchard bis zum derzeitigen Konzern Mondelez und der Besuch des Milka-Lädeles ein Muss.
Auf einem Rundgang durch ihre Heimatstadt zeigte uns die ausgezeichnete Fremdenführerin die auf einer Anhöhe gelegene St. Laurentiuskirche, das Wahrzeichen von Bludenz. Auf enger, kurviger, steiler und meist sogar einspuriger Straße führte die Fahrt ins Brandnertal hinauf zum Ende des Tales, von wo uns die Lünerseebahn zum See auf 1970 m Höhe brachte. Ein herrliches Alpenpanorama konnte man bei einem Spaziergang am Rand des Sees oder gar bei einer Umrundung genießen. Mit diesen Eindrücken ging eine überaus bunte und erlebnisreiche Reise zu Ende. Den Organisatoren und Helfern gebührt ein großes Dankeschön.