Die herbstliche Idylle trügt: Neben der Bank in einer Baumgruppe steht seit einem Jahr neben der Fußgänger-Unterführung am Bahnhof Pechbrunn ein Gedenkstein. Er erinnert an den Mord an 36 KZ-Häftlingen im April 1945 im Ortsgebiet von Pechbrunn durch Angehörige der Waffen-SS. Sie hatten den Zug von Häftlingen aus dem KZ Buchenwald ins Lager Flossenbürg zu bewachen.
Kürzlich wurde bei einem kurzen Gedenken ein QR-Code angebracht. Bürgermeister Stephan Schübel legte ein Gesteck nieder und stellte die Neuerung zusammen mit einer digitalen Gedenktafel der Öffentlichkeit vor. Wer den QR-Code auf der Säule scannt, wird auf einen Bericht auf der Homepage der Gemeinde gelenkt. Er erinnert zunächst an die Gedenkveranstaltung zusammen mit der christlich-jüdischen Gemeinde Weiden vom 9. November 2025. Ausführlich sind dann Hintergründe und Geschehnisse vom April 1945 dargestellt. Heimatforscher Harald Fähnrich hatte in einem Aufsatz die Belege für die Ereignisse zusammengetragen. Schließlich erläutert Steinmetzmeister Klaus Heinl die Bildsprache auf dem Stein, die die Geschehnisse räumlich visualisiert. Zwar waren weder Namen noch Herkunft der Ermordeten herauszufinden, dennoch soll sie eine digitale Gedenktafel in Erinnerung rufen. Bürgermeister Stephan Schübel: „Die Gemeinde möchte mit Stele und Gedenktafel signalisieren, dass sie sich den damaligen Geschehnissen stellt, auch wenn Einwohner daran offenkundig nicht beteiligt waren.“ Friedrich Wölfl aus Pechbrunn hatte Text und Fotos für den QR-Code zusammengestellt. Tafel wie Gedenkstein sollten mehr sein als historische Daten: „Gemeinden müssen solche Ereignisse erinnern, und zwar als eine Form der Erinnerungskultur, die in gelebte Verantwortung und stete Mahnung übergeht.“
Bürgermeister Stephan Schübel dankte abschließend der Gemeinderätin Ute Döhler, die vor Jahren den Impuls für das Gedenken gegeben hat, dem Heimatforscher Harald Fähnrich für die umfangreichen und sorgfältigen Recherchen, dem Steinmetzmeister Klaus Heinl für die Gestaltung der Gedenkstele, den IT-Leuten der Stadt Mitterteich für die Zusammenarbeit und Friedrich Wölfl für die Erstellung des zusammenfassenden Textes.
Die Informationen sind künftig auch aufzurufen unter https://gedenkstein.pechbrunn.de