Kirchenpfleger Norbert Grillenbeck brachte den Besuchern der Pfarrversammlung in Michelfeld das neue Gebäudekonzept des Erzbistums sowie dessen Auswirkungen für die Michelfelder Kirchen und weitere Gebäude der Pfarrei näher. Im Kern geht es dabei um die Bezuschussung von Arbeiten an den Gebäuden in Zeiten sinkender Kirchensteuer-Einnahmen und absehbarer Finanz-Engpässe. Ergebnis für Michelfeld: Die Pfarrkirche im Klosterhof und die St.-Anna-Kirche in Nasnitz können in Zukunft von Bamberg aus noch mit 65 Prozent der Kosten bezuschusst werden. Für die Friedhofskirche St. Leonhard gibt es künftig ebenso wenig eine Zuschussmöglichkeit wie für die Ölbergkapelle, das Pfarrzentrum St. Otto oder das Michelfelder Pfarrhaus.
Die allgemeine finanzielle Lage der Pfarrei beschrieb Grillenbeck angesichts des Verlusts von rund 24000 Euro im Jahr 2025 als sehr angespannt. Die Gründe lägen auf der Hand: „Löhne und Gehälter steigen, auch die Energiekosten.“ Gesicherte Finanzen hätten allerdings der Kindergarten („da läuft es gut“) und der Friedhof. Hier habe man zwar Anfang des Jahres die Friedhofsgebühren erhöhen müssen, „aber im Vergleich mit Auerbach ist es billig“.
Zum Punkt „Liturgisches Leben“ stellten Pfarrgemeinderatsvorsitzender Konstantin Lindner, Susanne Speckner und Verena Ziegler die Ergebnisse einer Umfrage aus dem Jahr 2022 vor. Laut den Antworten gefällt den Michelfeldern an ihrer Pfarrei besonders die musikalische Gestaltung der Gottesdienste und die Arbeit der Ehrenamtlichen. Bei den „Wünschen an die Kirche vor Ort“ standen kindgerechte Angebote sowie kürzere, verständliche und lebensnahe Gottesdienste ganz oben auf der Liste. Und nicht zuletzt: „Die Kirche soll ein Ort der Begegnung für alle Generationen sein.“ Diesen Aspekt sah man in der anschließenden Diskussion gefährdet. „Wenn auch die alten Leute nicht mehr in die Gottesdienste gehen, bleibt die Kirche leer“, meinte etwa Irmgard Hasmann. Als Mittel dagegen wurden genannt: von der Kirche aus mehr auf die Leute zugehen, mit ihnen reden, vor allem mit Kindern und Jugendlichen, speziell ihnen mehr altersspezifische Angebote machen; dabei aber auch die Familien und Neuzugezogenen nicht vergessen. Konstantin Lindner sah sich durch die vielen Wortmeldungen in seiner Devise bestätigt: „Wir dürfen nicht immer nur jammern, sondern müssen jetzt aktiv werden. Wir wollen keine Trauergemeinde werden, sondern eine Hoffnungsgemeinde.“
Abschließend erläuterte Michaela Fischer die Ziele des frisch gestarteten Bistumsprozesses „Entscheiden und handeln“. Hier suche man Wege, wie die Kirche angesichts von weniger Priestern, weniger Gottesdienstbesuchern und weniger Mitteln vor Ort nah am Menschen bleiben und wirksam sein könne. Spätestens ab Mai 2027 werde es dabei auch für Michelfeld darum gehen, neue, kreative Optionen für die Pastoral zu entwickeln und umzusetzen.