75 Besucher bei der Pfarrversammlung am Sonntag in Michelfeld zeigten starkes Interesse an der Zukunft der Pfarrei. Vor allem zu den Planungen für den Friedhof gab es viele Wortmeldungen.
Erwin Holl stellte die Überlegungen der Kirchenverwaltung zum Michelfelder Friedhof vor. „Die Bestattungskultur ändert sich“, hielt er fest. Seit Jahren bestehe der Wunsch nach einem Urnenfeld – nicht zuletzt deshalb, weil die Pflege großer Gräber für etliche Angehörige nicht mehr zu leisten sei. Die Kirchenverwaltung habe deshalb beschlossen, im Friedhof ein solches Urnenfeld einzurichten. Und zwar auf einem derzeit ungenutzten Areal, 13 mal 34 Meter groß, zum Parkplatz hin. Die sehr marode Mauer, die diese Fläche bisher vom Parkplatz abgrenze, werde nach Allerheiligen weggerissen und durch eine Hecke auf der Böschung ersetzt.
Ein erster möglicher Gestaltungsentwurf der Landschaftsarchitektin Ursula Barth für das neue Urnenfeld sieht laut Holl verschiedene Elemente vor: Urnenfeld-Zonen, Bäume mit Sitzbänken sowie eine Grabstelle für Sternenkinder. Wenn die Mauer verschwindet, wird auch ein behindertengerechter Zuweg neben dem großen Tor zum Parkplatz möglich. Nicht zuletzt müsse man für den Fußweg vom Parkplatz zur Kirche eine Lösung finden, erläuterte Holl. Dieser ist verhältnismäßig steil, und das unebene Pflaster sei für Senioren sehr schwer zu begehen, „erst recht mit Rollatoren“. Leonhard Beck brachte einen Metallzaun anstelle der Hecke zwischen Urnenfeld und Parkplatz ins Spiel.
Zum weiteren Friedhofsgelände erwähnte Holl, dass das marode Tor am Eingang gegenüber dem ASV-Sportheim-Parkplatz schon entfernt worden sei. Derzeit bildeten dort zwei große Steine eine Barriere, in Zukunft könne eine Hecke für Abgrenzung sorgen. Notwendig werde eine Absturzsicherung an der Mauer neben dem Haupteingang zur Dorfmitte hin, ebenso wie eine Sanierung des Tores beim Abfallcontainer. „Da ist das Holz verfault, da hält keine Schraube mehr“, beschrieb Schreinermeister Josef Böhm die Situation. Er hatte sich das Ganze auf Bitten der Kirchenverwaltung angeschaut. Sein Lösungsvorschlag: das Tor durch ein einfacheres Model ersetzen, das nicht aus Holz ist und für das Entleeren des Containers einfach abgenommen werden kann.
Zu den Überlegungen, ob es besser sei, im mittleren Friedhof ungenutzte Flächen zwischen den Gräbern mit Splitt aufzufüllen oder dort Gras wachsen zu lassen, gab es unterschiedliche Anschauungen. Die Frage, ob im Friedhof auch beerdigt werden könne, wer aus der Kirche ausgetreten sei, wurde bejaht. „Aber es wird in Michelfeld keine anonymen Bestattungen geben“, ergänzte Ortspfarrer Pater Markus Flasinski.