Mit einem ökumenischen Gottesdienst hat der Bauernverband, hier vertreten durch den Kreisverband Amberg-Sulzbach, am Sonntag gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde in der Kirche St. Wolfgang in Hirschbach Erntedank gefeiert. Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. Hirschbachs Bürgermeister Hermann Mertel und der Landtagsabgeordnete Harald Schwarz nahmen als Gäste teil.
Kreisobmann Peter Beer begrüßte die Anwesenden. Er dankte der stellvertretenden Ortsbäuerin Renate Haller für die Ausgestaltung und Dekoration der Erntedankgaben in der Kirche. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor Hirschbach unter der Leitung von Marina Rischan sowie vom Chor der Landfrauen unter Leitung von Maria Hirsch.
Diakon Albrecht hieß die Besucher in der voll besetzten Kirche willkommen. Mit dem Hinweis, dass die Kirche in Hirschbach stets sehr gut besucht sei, sorgte er für Gelächter im Kirchenraum und auf der Empore. Die Stimmung im Gotteshaus war entspannt-fröhlich und trotzdem feierlich, was die zahlreichen musikalischen Beiträge unterstrichen.
In einer gemeinsamen Predigt riefen die beiden Geistlichen Diakon Albrecht und Pfarrer Klein dazu auf, heimische Produkte stärker zu schätzen. Sie gingen der Frage nach, welchen Sinn das Erntedankfest in einer Zeit habe, in der kaum noch Menschen selbst säen und ernten. Den eigenen Anbau bezeichneten sie als Geschenk Gottes und verdeutlichten dies mit einer kleinen Geschichte, in der ein Bauer versucht, das Wetter selbst zu bestimmen und dabei Schiffbruch erleidet. Zugleich dankten sie für ein Land, in dem niemand hungern müsse, das seine Menschen ernähren könne und ausreichend regionale Lebensmittel produziere.
Kreisbäuerin Erika Loos aus Eckeltshof dankte Renate Haller für die wunderbare Zusammenarbeit, um diesen festlichen Gottesdienst vorzubereiten. In ihrer Ansprache blickte sie auf ein Jahr zurück, das nach ihren Worten von Herausforderungen durch Wetter und Politik geprägt gewesen sei. Loos bedauerte, dass Verbraucher in Deutschland 14 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgäben und damit im europäischen Vergleich weit hinten lägen. Sie warb für mehr Wertschätzung gegenüber Erzeugnissen aus der heimischen Landwirtschaft. „Der Luxus kostet, nicht unsere guten Lebensmittel“, sagte Loos. Das Erntedankfest bot damit neben dem Dank für die Ernte auch Raum für die aktuelle Situation der landwirtschaftlichen Betriebe und für die Frage nach dem Stellenwert regionaler Lebensmittel. Nach dem Gottesdienst konnten sich alle Besucher zu Kaffee und Kuchen im Gasthaus treffen und Erntedank weiter gemeinsam feiern.