15. Oktober 2026, 19.30 Uhr: Lilian Robl präsentiert im Oberpfälzer Künstlerhaus Schwandorf die szenische Lesung „Flammolog für Ingeborg Bachmann“. Im Mittelpunkt steht Bachmanns Nachlass.
Fragen nach Nachlassverwaltung, Editionspraxis und der Verfügungsgewalt über weibliche Autorschaft stehen im Mittelpunkt der szenischen Lesung „Flammolog für Ingeborg Bachmann“ von Lilian Robl. Zu sehen ist sie am Donnerstag, 15. Oktober 2026, um 19.30 Uhr im Konzertsaal des Oberpfälzer Künstlerhauses in Schwandorf. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Kebbel-Villa-Performance-Programms statt.
„Flammolog“ ist ein szenischer Text für fünf Schauspieler. Im Zentrum steht der fragmentarische Nachlass der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann. In einer Archivszenerie diskutieren vier Herausgeber darüber, wie ihr Nachlass zu ordnen und zu veröffentlichen sei. Dabei treffen editorischer Ehrgeiz und wissenschaftliche Routinen auf Fragen nach Privatheit, Mythos und Verantwortung.
Was zunächst wie eine sachliche Auseinandersetzung über Ordnung, Auswahl und Veröffentlichung erscheint, gerät zunehmend ins Wanken. Im zweiten Teil tritt eine Bachmann-nahe Autorinnenfigur als Gegenstimme auf und unterbricht die vermeintliche Ordnung des Archivs. Zwischen Bewahren und Verbrennen entwickelt sich eine poetische und widerständige Sprachhandlung. Aus Ingeborg Bachmanns „Todesarten“ werden dabei „Überlebensarten“.
Lilian Robl widmet sich in ihrer Arbeit verschiedenen künstlerischen Formen und bewegt sich zwischen Ausstellung, Film, Video und literarischen Kontexten. 2019 graduierte sie als Meisterschülerin von Professor Alexandra Bircken an der Akademie der Bildenden Künste München. Für ihre künstlerische Arbeit wurde sie unter anderem mit dem Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds, dem Bundesstipendium für die Cité internationale des arts, Paris, und dem Videodox-Preis ausgezeichnet.
Eintrittskarten sind online unter www.onetz.de/ticket oder an der Abendkasse erhältlich.