Ein gut besuchter Gustav-von-Schlör-Saal in der Max-Reger-Halle bot den passenden Rahmen für die Jahreshauptversammlung des Haus- und Grundbesitzervereins Weiden und Umgebung. Vorsitzender Lutz Freiherr von Hirschberg zeigte sich über das große Interesse erfreut und zog eine positive Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres. Aktuell zählt der Verein 4287 Mitglieder. Auch die Beratungsangebote werden intensiv genutzt: Im Berichtsjahr 2025 wurden insgesamt 1433 Beratungen durchgeführt. Dabei haben sich die Schwerpunkte teilweise deutlich verschoben. Großer Dank galt der einwandfrei funktionierenden Zusammenarbeit zwischen dem Sekretariat, den einzelnen Fachberatern und dem Vorstand.
Die Zahl der Rechtsberatungen stieg gegenüber dem Vorjahr von 830 auf 860. Noch deutlicher war der Zuwachs bei den Steuerberatungen: von 85 auf 128 Fälle. Auch Fragen zur Erbfolge nahmen zu, von 90 auf 102 Beratungen. Bei den technischen Bau- und Renovierungsberatungen gab es einen Anstieg von 33 auf 37 Fälle. Rückläufig waren dagegen die Beratungen „Rund ums Haus“: Hier sank die Zahl von 482 auf 306.
Von Hirschberg blickte auch auf die Aktivitäten des Vereins zurück. Im Vorfeld der Kommunalwahlen hatte der Verein über Norbert Ziegler einen Fragenkatalog zu Immobilienfragen an die Oberbürgermeisterkandidaten gerichtet. Dabei spielten unter anderem Fragen zur Grundsteuer eine wichtige Rolle. Die Antworten wurden veröffentlicht. Der Vorsitzende dankte dem gesamten Vereinsteam für die gute Zusammenarbeit zwischen Geschäftsstelle, Fachberatern und Vorstand.
Kritisch äußerte sich von Hirschberg zur zunehmenden Nutzung künstlicher Intelligenz bei rechtlichen Fragen. Zwar könnten KI-Systeme Antworten liefern, doch gerade bei juristischen Problemen komme es auf die Besonderheiten des Einzelfalls an. Bei einer fristlosen Kündigung könnten beispielsweise mietvertragliche Regelungen übersehen werden. „Wir sehen uns jeden Einzelfall genau an und geben in unserer Geschäftsstelle rechtssichere Auskünfte“, betonte der Vorsitzende.
Auch finanziell steht der Verein solide da. Schatzmeister Michael Hösl berichtete für 2025 von einem Überschuss von knapp 14 000 Euro. Eine Beitragserhöhung sei deshalb kurzfristig nicht vorgesehen. Die Kassenprüfer bestätigten eine ordnungsgemäße Buchführung, der Vorstand wurde anschließend einstimmig entlastet.
Im Mittelpunkt des Abends stand anschließend das Erbrecht. Notar Markus Pflieger erläuterte, warum eine rechtzeitige Regelung des eigenen Nachlasses wichtig ist. Fehlt ein Testament, greift die gesetzliche Erbfolge. Diese entspricht jedoch nicht zwangsläufig den persönlichen Vorstellungen des Erblassers. Besprochen wurden sowohl das eigenhändige als auch das notarielle Testament. Während das eigenhändige Testament vollständig handschriftlich verfasst und unterschrieben werden muss, bietet das notarielle Testament fachkundige Beratung und eine rechtssichere Formulierung. Auch Fragen zur amtlichen Verwahrung und zu den Kosten der Testamentserstellung wurden erörtert. „Erbrecht ist ein Minenfeld“, fasste von Hirschberg zusammen und empfahl, rechtzeitig fachkundige Beratung in Anspruch zu nehmen. Die Kosten für ein rechtssicher gestaltetes Testament seien überschaubar und könnten den Erben später Aufwand und Streit ersparen. Neu ist zudem ein weiterer Vorteil für Mitglieder: Beim KS Landservice erhalten Vereinsmitglieder 8 Prozent Rabatt.