Es gibt Konzertabende, die bereits vor dem ersten Ton ihre Wirkung entfalten. Dazu gehörte zweifellos das Gastspiel der Chursächsischen Streichersolisten, zu dem der Kulturelle Förderkreis eingeladen hatte. Rotes Bühnenlicht, Kerzenschein und ein bis auf den letzten Platz gefüllter Saal schufen den festlichen Rahmen für einen außergewöhnlichen Musikabend. Unter dem Titel „Eine kleine Nachtmusik“ entführte das Ensemble sein Publikum auf eine musikalische Reise durch mehrere Jahrhunderte. Werke von Telemann, Vivaldi, Johann Sebastian Bach, Mozart und Verdi machten die stilistische Vielfalt des Programms erlebbar. Historische Kostüme und wertvolle alte Instrumente verstärkten dabei den Eindruck einer musikalischen Zeitreise. Musikalisch überzeugten die Streichersolisten mit präzisem Zusammenspiel, differenzierter Artikulation und feinen dynamischen Abstufungen. Barocke Klarheit und rhythmische Beweglichkeit wechselten mit klassischer Eleganz und klanglicher Ausgewogenheit. Besonders Mozarts Musik entfaltete ihren besonderen Zauber: federnde Leichtigkeit, kultivierter Streicherklang und temperamentvolle Spielfreude verbanden sich zu Interpretationen voller Transparenz und Ausdruck. Bemerkenswert war die stilistische Wandlungsfähigkeit des Ensembles, das den Charakter der jeweiligen Epoche überzeugend traf und zugleich eine unmittelbar lebendige Musikalität bewahrte. Für zusätzliche Heiterkeit sorgte die humorvolle Moderation des Cellisten Georg Stahl, der kenntnisreich und charmant durch das Programm führte. So verschmolzen Musik und Atmosphäre zu einem besonderen Gesamterlebnis. Ein Zuhörer brachte die Bedeutung des Abends treffend auf den Punkt: „Dass so etwas im Hinterland von größeren Städten stattfindet, ist ein wichtiger Beitrag zur Lebensqualität dieses Hinterlandes.“ Die Chursächsischen Streichersolisten zeigten eindrucksvoll, wie lebendig Musikgeschichte klingen kann, dass hochkarätige Kultur auch abseits der großen Städte ihr Publikum findet und begeistert.