„Das Wetter soll gut werden.” Solche Sätze sind nichts wirklich Außergewöhnliches, es sei denn, Sie planen etwas Wichtiges. Genau so war es am letzten Sonntag für die Gemeinde der Erlöserkirche in Tirschenreuth und für ein überregionales Team von autobegeisterten Christen. Sie hatten den Motor-und-Message-Gottesdienst vorbereitet. Dahinter verbirgt sich ein moderner Gottesdienst für autobegeisterte Menschen; ähnlich den Motorradgottesdiensten. „Ihr habt alles so sorgfältig vorbereitet.” Das war die spontane Reaktion von Pfr. Karsten Schaller, dem Referenten für Kirche und Tourismus der evangelischen Kirche in Bayern, als er die liebevoll ausstaffierten Räumlichkeiten sah. Der Motor-und-Message-Gottesdienst war erstmalig als regulärer Sonntagsgottesdienst der Kirchengemeinde gestaltet in Verbindung mit der Einladung an autobegeisterte Menschen aus dem Ort und aus der Region. Menschen, die sich als Christen bekennen und andere, die normalerweise um Kirche einen großen Bogen machen. „Wie an Weihnachten”, meinte ein Gottesdienstbesucher angesichts der vollbesetzten Kirche. Auf dem angrenzenden Supermarktparkplatz kamen etwa 50 Fahrzeuge zusammen. Größtenteils historische Fahrzeuge und Sportwagen; auch einige „normale” Autos. Dazu ein zum Wohnmobil umgebauter Omnibus; der Tourbus des finnischen Rockpastors Pontus J. Back. Sein Lebensbericht war der Höhepunkt des Gottesdienstes. Er war als begeisterter Musiker jahrelang weltweit unterwegs in den Begleitbands bekannter Rockgruppen. Den Druck hat er mit Alkohol und Drogen bewältigt. „Meine Kinder sind ohne Vater aufgewachsen.” So hat er sein damaliges Leben beschrieben. Als die Ärzte die Familie bereits auf sein bevorstehendes Lebensende vorbereitet hatten, schaffte er durch eine Begegnung mit Jesus Christus eine Wende. Von den Erfahrungen mit Jesus Christus singt er in seinen Liedern. Er kam nicht nur vom Alkohol los, sondern fand auch innerlich zu seiner Familie zurück. Deswegen hat es eine besondere Bedeutung, wenn einer seiner Söhne ihn regelmäßig auf seinen Tourneen begleitet. Am Anfang des Gottesdienstes hat ein motorbegeisterter Unternehmer einen Vergleich gezogen zwischen der Leistungsfähigkeit klassischer Motorentechnik und der Leistungsfähigkeit von Bakterien. Diese hätten quasi einen Minimotor integriert. Die Energieeffizienz sei viermal so hoch, die mögliche Drehzahl würde mehr als das Zehnfache im Vergleich zum Automotor betragen, der Wechsel der Drehrichtung von vorne nach rückwärts sei im Gegensatz zu normalen Motoren jederzeit abrupt ohne Verzögerung möglich, das alles in Miniaturgröße. Wenn so etwas Zufall sein solle, dann wäre das so ähnlich, wie wenn bei einer Autoreparatur der Mechaniker die betroffenen Teile in die Luft werfen würde und dann schaut, was rauskommt, wenn sie zu Boden fallen. Weil das keinen Sinn macht, würde er an einen Gott als schöpferische Kraft hinter allem glauben. Das würde ihm als Unternehmer auch Zuversicht für die Herausforderungen seines Alltags geben. Neben Pontus hat die Musikgruppe der Gemeinde mit dem Namen „Changes” gesungen; weitere Ehrenamtliche haben mitgewirkt. Pfr. Karsten Schaller hat die Arbeit der Notfallseelsorge vorgestellt; dafür wurde gesammelt. Pfr. Wolfram Lehmann aus Hof hat mit einer Predigt über den „unbekannten Gott” die verschiedenen Inhalte zusammengeführt; auf Pfr. Lehmanns Initiative gehen die Motor-und-Message-Gottesdienste zurück. „Das Maß hat einfach gestimmt.” So bewertete der am weitesten gereiste Teilnehmer, Pfr. Wolfgang Krautmacher aus dem Raum Frankfurt/Oder, die Mischung. Er meinte die Berücksichtigung der Motorleidenschaft der autobegeisterten Besucher im Verhältnis zu den unterschiedlichen Verweisen auf Jesus Christus. „Bewegend”; „das war eine runde Sache”; „ich war berührt”. So haben es andere ausgedrückt. Nach dem Gottesdienst gab es Kaffee und Kuchen – und noch ein besonderes Angebot. Pfr. Karsten Schaller hat persönliche Segnungen durchgeführt; auf dem Parkplatz bei den Autos, also mitten im Leben der Gottesdienstbesucher. Alle Begegnungen auf dem Parkplatz wurden von Pontus untermalt. Er saß vor dem Tourbus und hat Lieder gespielt.