Ein restlos ausverkauftes Haus, handgemachte Musik und die ungeschönte Realität des Elternseins: Am Freitagabend feierte das Akustik-Duo Markus und Isabell Beer im Pfarrheim Niedermurach einen ganz besonderen Meilenstein. Auf Einladung der KLB Niedermurach spielten die beiden Musiker mit ihrem Programm „Des klingt nach uns” ihr allererstes ausverkauftes Konzert und nahmen das Publikum mit auf eine absurd-komische Reise durch den Wahnsinn des Alltags.
Dass es kein gewöhnlicher Kabarett-Abend werden würde, zeigte sich gleich zu Beginn. Während Markus Beer noch kurzerhand „auf der Schüssel” festsaß, ergriff Isabell auf der Bühne die Initiative und nahm das Publikum sofort mit. Sie teilte den Saal kurzerhand als Chor ein: Die rechte Seite schmetterte „Kumbaya my Lord”, die linke Seite antwortete mit einem kräftigen „Kumbaya”. Das Eis war sofort gebrochen und die Stimmung auf dem Höhepunkt.
Danach besangen und beredeten die beiden das ganz normale Leben und machten dem Namen ihres Programms alle Ehre. Mit viel Selbstironie schilderten sie ihren Alltag als Künstler in einer Wohnsiedlung, die ansonsten fest in der Hand von BMW-Mitarbeitern ist. Zum großen Vergnügen der Zuhörer gaben sie zu, dass in ihrem Haushalt weder ein Thermomix noch ein Rasenmähroboter zu finden sind. Doch hinter dem Humor steckte eine klare, ehrliche Botschaft, die sich durch den Abend zog: Das Wichtigste im Leben ist, sich nicht ständig mit anderen zu vergleichen.
Musikalisch feuerten „Die Beers” immer wieder kurze, knappe und treffsichere Lieder direkt aus dem Leben ab. Wie sehr sie den Nerv der Zuhörer trafen, zeigte sich besonders beim Lied „Für alles brauchst heit a Hirn wie a Gstudierter”. Das Publikum klatschte und sang kräftig mit, als das Duo treffend und augenzwinkernd beschrieb, wie kompliziert und techniküberladen unser Alltag mittlerweile geworden ist. Auch weitere moderne Absurditäten bekamen ihr Fett weg: So wurde der „heilige ChatGPT”, der bei den Millennial-Eltern gerne mal als Therapieersatz herhalten muss, musikalisch gebührend besungen.
Nach all den humorvollen Betrachtungen des Alltags wurde es zum Abschluss dann noch einmal richtig romantisch. Mit dem Lied „Es war a bayrischer Summer” schwelgte das Duo gemeinsam mit dem Publikum in Erinnerungen. Ein ruhiger, stimmungsvoller Ausklang, der dafür sorgte, dass jeder im Saal mit einem rundum guten Gefühl den Heimweg antreten konnte. Die KLB Niedermurach bewies mit der Verpflichtung des Duos ein hervorragendes Händchen für einen unterhaltsamen Abend. Für Markus und Isabell Beer war dieses erste ausverkaufte Konzert ein voller Erfolg, der eindrucksvoll zeigte: Der Wahnsinn des Familienlebens lässt sich am besten mit einer kräftigen Portion Humor und richtig guter Musik ertragen – und am Ende des Abends konnte wohl jeder im Saal zustimmend nicken und sagen: „Des klingt nach uns”.