„Es waren ja nur fünf Musiker, aber es hat stellenweise geklungen wie ein ganzes Orchester“, kommentierte ein Konzertbesucher den Auftritt des Quintetts. Am Sonntagabend, 25. Oktober 2026, war das Lobkowitz-Quartett aus Weiden zu Gast im Gerhardingersaal der Dr.-Johanna-Decker-Schulen. Die Ausführenden waren Thomas Josef Kaes (Violine), Maria Anna Feldmeier-Zeidler (Viola), Ute Sommer (Violoncello) und Henry Cain (Violine). Unterstützung bekamen die vier Streicher von unserem Schulleiter Hans Kistler an der Klarinette. Man merkte auch als musikalischer Laie gleich, dass hier Musikprofis am Werk sind: Thomas Kaes war Konzertmeister mehrerer renommierter Ensembles, so auch in La Fenice/Venedig, Henry Cain studierte Violine in Nürnberg. Maria Anna Feldmeier-Zeidler war lange Jahre Musik-Fachschaftsleiterin am Max-Reger-Gymnasium, und Ute Sommer war Schülerin von David Geringas (einem der bekanntesten Cello-Solisten überhaupt) und jahrzehntelang Mitglied im Freiburger Barockorchester, einem Weltklasse-Ensemble für Alte Musik. Hans Kistler war u.a. Schüler von Josef Pacewicz (Royal Scottish National Orchestra Glasgow) und ist Gründer des Prager Internationalen Jugendorchesters (PINTJO).
Für diesen Abend wurde aber vom Lobkowitz-Quartett keine Gage verlangt: Der Eintritt war kostenlos. Spenden waren erwünscht für „Hoffnung für Menschen“. Am Vorabend trat das Quintett in Walderbach auf, wo die Eintrittskarte 25 Euro pro Person kostete.
Die stellvertretende Vorsitzende Christine Götzl stellte die Zielsetzung zu Beginn des Konzerts kurz vor: Den Weidener Verein gibt es seit 2004, er wurde vom indischen Pfarrer Anthony Soosai gegründet. Sämtliche Mitarbeiter sind ehrenamtlich tätig und Spenden fließen zu 100 Prozent – ohne Abzug von Verwaltungskosten etc. – in gemeinnützige Projekte in Indien.
Charlotte Weiß und Emma Guzik aus der Q12 übernahmen den Getränkeverkauf in der Pause. Der Erlös hierfür wird für Veranstaltungen wie den Abiturball verwendet.
Im ersten Teil des Kammermusikabends wurde das Quintett für Klarinette und Streicher von Wolfgang Amadeus Mozart (KV 581) vorgetragen, nach der Pause folgte von Johannes Brahms sein Quintett für dieselbe Besetzung (op. 115). Beide Werke zählen zum Besten, was die beiden Komponisten zur Gattung der Kammermusik beigetragen haben.
Ein Konzertbesucher lobte vor allem die gelungene Dynamik der anspruchsvollen Stücke: „Die Streicher spielten teilweise äußerst zart und leise, aber auch bei Pianissimo klang der Ton sehr stabil. Die harmonische Phrasierung zwischen Streichern und Klarinette war wirklich beeindruckend.“ Unter den eher älteren Zuhörern waren auch etliche Kinder. Eines fasste seinen Eindruck nach dem Abend prägnant mit „Wow!“ zusammen. Dies zeigt, dass anspruchsvolle Kammermusik nicht nur Kennern gefallen kann, sondern auch einen völlig natürlichen Zugang sogar für Kinder eröffnet. Man muss sich nur darauf einlassen.