Fünf Jahre nach dem Mauerbau in Berlin ließ das DDR-Regime im 50-Seelendorf Mödlareuth eine Betonmauer quer durch den Ort errichten, um die Bewohner vor den „Imperialisten“ im Westen zu schützen. Als im August 1966 die Sperranlagen durch einen Beobachtungsturm ergänzt wurden, wurde Mödlareuth „Little Berlin“ genannt. Letztes Wochenende hatte die CSU-Senioren-Union Kaolinpott zu einer Informationsfahrt in das einst geteilte 50-Seelendorf eingeladen. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurde der Besuch zu einer eindrucksvollen Erfahrung. Die Ausstellung im Museumsgebäude mit Exponaten wie dem für die (missglückte) Flucht selbstgebauten Leichtflugzeug „DOWA 81“ und ca. Fotos, die Filmdokumentation „Alltag an der Grenze“, der Vortrag über den Aufbau der DDR-Grenzanlagen und Zwangsaussiedlungen sowie der Rundgang durch die Außenanlagen riefen die Unmenschlichkeit der SED-Diktatur in Erinnerung und verdeutlichten den Wert von Freiheit und Demokratie. Museumsmitarbeiter Heiko Ultsch verstand es mit seinen interessanten und unterhaltsamen Schilderungen ausgezeichnet, den Besuchern und Besucherinnen das Schicksal der Menschen an der innerdeutschen Grenze zu veranschaulichen. Nicht nur Mauer und Stacheldraht, sondern auch die politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und alltagsgeschichtlichen Aspekte der Teilung wurden thematisiert. Der Rundgang führte an den noch erhaltenen Sperranalagen mit dem 100 Meter langen Abschnitt der ursprünglich 700 Meter langen Betonsperrmauer, dem Metallgitterzaun und dem Beobachtungsturm vorbei. Im angrenzenden Fahrzeugdepot konnte man rund 30 historische Grenzüberwachungs- und Einsatzfahrzeuge der DDR-Behörden besichtigen. Unter Beifall dankte der stellv. Senioren-Union-Vorsitzende Fredi Weiß Heiko Ultsch für die hoch interessante Führung, die eine wichtige Phase deutscher Geschichte nochmal bewusst gemacht hat.