Anlässlich der Gaukönigsproklamation des Grenzlandgaus Oberviechtach wurde auch das 75-jährige Wiedergründungsfest des Schützengaus gefeiert. Nach der Königsproklamation erinnerte der 1. Gauschützenmeister Reinhold Wild an die Wiedergründung des Gaues im Jahr 1951.
Am 16. April 1951 wurde durch ein Rundschreiben sowie eine Veröffentlichung in der Grenzwarte zur Wiedergründungsversammlung eingeladen. Die Einladung erfolgte durch den damaligen Schützenmeister Forstner aus Oberviechtach. Der damalige Bundesschützenmeister Kellner aus Schwandorf nahm ebenfalls an der Versammlung teil und referierte über den Aufbau sowie das Vereinsleben.
Aus den umliegenden Orten waren Vertreter der Schützenvereine aus Oberviechtach, Gaisthal, Weiding, Heinrichskirchen, Ödmiesbach, Gleiritsch und Schönsee zur Gründungsversammlung gekommen. Zum ersten Gauschützenmeister wurde Georg Neuber gewählt.
Bis 1963 entwickelte sich ein reges Schützenwesen. In diesem Jahr wurde Johann Stilp aus Pullenried zum Gauschützenmeister gewählt. Er hatte jedoch mit Rivalitäten und weiteren Schwierigkeiten zu kämpfen, die eine Zusammenarbeit beinahe unmöglich machten. Das Vereinsleben kam nahezu vollständig zum Erliegen.
1969 legte Gauschützenmeister Stilp sein Amt nieder. Sein Nachfolger, Gauschützenmeister Forstner aus Oberviechtach, trieb gemeinsam mit dem neu gewählten Gausportleiter Josef Bareither den Wiederaufbau mit großem Engagement voran. Nach dem plötzlichen Tod von Gauschützenmeister Forstner 1979 übernahm Josef Bareither das Amt des 1. Gauschützenmeisters und führte den Gau im Sinne seines Vorgängers weiter.
Auf Josef Bareither folgten von 1982 bis 1988 Franz Jacob, von 1988 bis 1994 Peter Bauer und von 1994 bis 2003 Albert Troppmann. Von 2003 bis zu seiner Erkrankung im Jahr 2025 stand Manfred Muck an der Spitze des Gaues. Seit 2026 führt Reinhold Wild als 1. Gauschützenmeister den Grenzlandgau Oberviechtach.
Nur durch den Einsatz engagierter Schützinnen und Schützen konnte das Gaugeschehen immer wieder belebt und erfolgreich weitergeführt werden.
Preisschießen zur Wiedergründung
Zu einem solchen Fest gehört selbstverständlich auch ein Preisschießen. Neben verschiedenen Geldpreisen wurde eine Wiedergründungsscheibe ausgeschossen. Diese gewann Schützenbruder Oswald Schaller von den Almenrauschschützen Pirkhof mit einem hervorragenden 25,3-Teiler.
Zahlreiche Ehrungen
Im Rahmen des Ehrenabends wurden mehrere Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für das Schützenwesen engagiert haben.
MdL Alexander Flierl ist seit 2007 Mitglied bei den Scharfschützen Oberviechtach und seit 2024 auch beim Schützenverein Schönsee. Er hat stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Schützenvereine des Grenzlandgaus. Aus den Händen von OSB-Präsident Franz Brunner erhielt er die Goldene Verdienstnadel des Deutschen Schützenbundes.
Rudolf Krippner ist seit Jahrzehnten im Grenzlandgau aktiv und steht den Vereinen stets als kompetenter Ansprechpartner in allen Fragen rund um den Schießsport zur Seite. Er wurde mit dem Ehrenkreuz in Silber des Deutschen Schützenbundes ausgezeichnet, das ihm ebenfalls OSB-Präsident Brunner überreichte.
Das Jugendehrenkreuz, gestiftet von MdL Alexander Flierl, erhielten für ihre langjährige Jugendarbeit in den Vereinen und im Schützengau Ludwig Dirscherl, Manfred Muck und Heidi Herzog.
Allen Geehrten gilt ein herzlicher Glückwunsch und großer Dank für ihren langjährigen Einsatz.
Dank an alle Beteiligten
Zum Abschluss richteten Bürgermeister Teplitzky, stellvertretender Landrat Peter Wein, MdL Martin Scharf, MdL Alexander Flierl sowie OSB-Präsident Franz Brunner Grußworte an die Festversammlung.
Gauschützenmeister Reinhold Wild bedankte sich abschließend bei den Scharfschützen Oberviechtach für die sehr gelungene Durchführung der gesamten Veranstaltung. Sein Dank galt außerdem den anwesenden Ehrengästen sowie dem Musiker Fonse für die musikalische Unterhaltung.
Gauschützenmeister Wild wünschte allen Anwesenden noch einige schöne Stunden und eine gute Heimfahrt.