Im Herbst 1976 organisierte Frieda Schraml in Friedenfels den ersten Nachmittag für Menschen mit Behinderung der heutigen Bereitschaft Friedenfels im Bayerischen Roten Kreuz (BRK). Dieser fand Jugendheim statt, welches nur wenige Jahre später schon zu klein für die zahlreichen Gäste wurde. Die Idee dafür ist bei den Ausflügen des BRK entstanden, bei denen Menschen mit Behinderung samt ihrer Angehörigen und Betreuer in den 70er Jahren unter anderem nach Würzburg, Wien, an die Mosel und sogar nach Holland gereist sind. Die Gruppe, zu der auch Schraml und ihr Sohn Rudolf gehörten, wollte sich auch zwischen den Reisen treffen und tat dies fortan zwei Mal pro Jahr. Schraml ließ sich dafür jedes Mal etwas Besonderes einfallen: Musik, Tanz, Sketche, Geschichten. Zudem haben die Mitglieder der Bereitschaft für die Gäste immer ein kleines Geschenk gebastelt.

Seit die Steinwaldhalle 1986 gebaut wurde, findet der Nachmittag dank der Unterstützung durch die Gemeinde Friedenfels hier statt. Diese ist barrierearm, so dass auch Rollstuhlfahrer gut und möglichst eigenständig teilnehmen können. Bei den zwischenzeitlich genutzten Gaststätten hatten die Rollstuhlfahrer noch einige Herausforderungen zu überwinden. Seit 1990 sorgt die Laienspielgruppe Friedenfels für ein weiteres Highlight: Sie geben für die Menschen mit Behinderung jedes Frühjahr zu ihrem Nachmittag eine Sondervorstellung und laden diese dabei auch zu Getränken und Brezen ein.

Inzwischen organisiert Bereitschaftsleiterin Andrea Winkler die Nachmittage. Noch immer gibt es Kaffee und meist selbstgebackene Kuchen für die Gäste und im Herbst ein Abendessen. Zum 50-jährigen Jubiläum hat sich Winkler natürlich ein besonderes Programm einfallen lassen. DJ Seimen (Stefan Neumüller aus Mitterteich) sorgte für Party- und Tanzmusik. Die Garde aus Mitterteich verbreitete mit ihrem Auftritt weitere Begeisterung. Der Nachmittag klang wie immer mit dem gemeinsamen Abendessen aus. Diesmal wurden Schnitzel und Kartoffelsalat serviert.

Das außergewöhnliche Engagement der ehrenamtlichen Rotkreuzler würdigte bei seinem Grußwort der Erste Bürgermeister Adrian Käß, ebenso der Behindertenbeauftragte des Landkreises Michael Burger, sein Vorgänger Reinhard Schön und BRK-Kreisgeschäftsführer Sven Lehner mit ihrem Besuch der Veranstaltung. Sie reihten sich in die über 100 Teilnehmer ein.

Winkler freut sich sehr, dass der Nachmittag noch immer so gut angenommen wird und dankt dazu der Selbsthilfegruppe Behinderte und Nichtbehinderte für den Landkreis Tirschenreuth, welche die Teilnahme der meisten Gäste organisiert. Ein besonders herzlicher Dank gilt ihren ehrenamtlichen Helfern, denn nur dank deren Engagement ist der Nachmittag überhaupt möglich. Das nächste Jubiläum steht 2029 an: der 100. Nachmittag für Menschen mit Behinderung. Grund für den Versatz ist eine dreijährige Pause während der Corona-Pandemie. Winkler, ihre Helfer und vor allem alle Teilnehmer freuen sich schon sehr auf den nächsten Nachmittag mit Theater im Frühjahr 2027.