Nachdem das erste Mitterteicher Umwelttreffen 2025 mit dem Moosteich an einem wiederhergestellten Moor stattfand, traf man sich diesmal am Oberteicher Moor, einem Moor, das im Gegensatz zum Moosteich noch auf seine Wiedervernässung wartet. Am 2. Mitterteicher Umwelttreffen nahmen der Bürgermeister Stefan Grillmeier, einige Beschäftigte der Stadt Mitterteich, acht Stadträte, mehrere Vertreter von Naturschutzverbänden (Bund Naturschutz, Verein zum Schutz wertvoller Landschaftsbestandteile in der Oberpfalz (VSL) und die „Naturfreunde“-Ortsgruppe Mitterteich) und verschiedene Fachleute bzw. Interessierte teil. Dem Flurnamen „Herrenteich“ zu urteilen, befand sich dort wo heute das Oberteicher Moor liegt ein großer Teich, der jedoch bereits zur Zeit des Urkatasters in der Mitte des 19. Jahrhunderts nicht mehr bestand. Die historische Karte weist Moorgebiet aus. Im frühen 20. Jahrhundert wurde im Oberteicher Moor sogar Torf gestochen. Durch die Anlage des Herrengrabens im Zuge der Flurbereinigung wurde das Moor vor allem in seinem nördlichen Bereich entwässert. Dort sind heute Wiesen. Heute ist das Moor überwiegend mit Pfeifengrasfluren und verschiedenen Gehölzen bewachsen. Durch einen Damm am Nordrand des Moores hin zum Herrengraben sollte die weitere Entwässerung des Moores gestoppt oder zumindest gebremst werden. Aufgrund des nach diversen Eingriffen zu geringen Wasserzuflusses bei zunehmender Wirkung des Klimawandels trocknete das Moorgebiet jedoch weiter aus. Die typische Moorvegetation verschwand größtenteils, so der Rundblättrige Sonnentau, das Weiße Schnabelried und mit dem Hochmoorperlmuttfalter eine früher hier vorkommende Tagfalterart. Ein kleiner Lichtblick bot sich der Gruppe unter der fachkundigen Führung von Erwin Möhrlein dennoch: Ein kleiner, gefährdeter Bestand der Rosmarinheide konnte bei der Exkursion besichtigt werden. Vor Ort wurden verschiedene Wiedervernässungs-Strategien in ihrer jeweiligen Durchführbarkeit diskutiert. Große Teile des Oberteicher Moores befinden sich im Besitz des VSL, was eine gezielte Pflege und potenzielle Renaturierung erleichtert. Zum Ausklang fand man sich noch gemeinsam zu einem Austausch über weitere örtliche Natur- und Umweltschutzthemen in der Gaststätte „Messer“ ein. Auch auf die Notwendigkeit der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung Mitterteichs mit Gewerbegebietsflächen an der A93 und potenzielle Möglichkeiten des ökologischen Ausgleichs für diese Flächen wurde eingegangen. Themen der nächsten Umwelttreffen für 2027 sollen voraussichtlich der Radweg nach Pechbrunn und die Ausgleichsflächen der Stadt im Raum Mähring sein. Umwelttreffen finden übrigens regelmäßig bereits auch in Kemnath und in Waldershof statt.