Alte Lieder, viele Stimmen und jede Menge gute Laune: Beim Wirtshaussingen am 9. Oktober im Gasthof „Zum Bartl” wurde schnell deutlich, dass die Freude am gemeinsamen Singen alles andere als ein Auslaufmodell ist. Manche Lieder kennt man seit Kindertagen. Oft reichen schon die ersten Töne, und schon geht es los. Textsicher war nicht jeder, melodiesicher die meisten – und wenn gar nichts mehr half, wurde eben kräftig mitgesummt.
Das Wirtshaus war in allen Räumen voll besetzt. Zu Beginn begrüßte Helmut Heinl die zahlreichen Gäste. Besonders willkommen hieß er Dieter Radl, Regina Pilhofer, die mit einer großen Gruppe der Sozialstation gekommen war, sowie Walter Heldrich, der den Abend organisiert hatte.
Unter der Leitung von Dieter Radl, Träger des Dialektpreises Bayern 2026, wurden alte Volkslieder wieder lebendig. Es wurde gesungen, mitgesungen und mitgesummt – und vermutlich endete auch das eine oder andere Lied etwas anders, als es ursprünglich gedacht war. Dabei spielte es keine Rolle, ob jemand jedes Wort auswendig konnte oder beim Text lieber auf die musikalische Unterstützung der Nachbarn setzte. Beim Wirtshaussingen zählte vor allem die gemeinsame Freude an der Musik.
Dieter Radl zeigte sich erfreut über die große Resonanz und sagte: „Da haben wir wohl eine Nische erwischt!” Für die musikalische Begleitung am Keyboard sorgte sein Enkel Emil. Jung und Alt, alte Lieder und neue Begeisterung bildeten an diesem Abend eine gelungene Kombination.
So wurde aus dem Wirtshaussingen ein stimmungsvoller Abend. Die Gäste saßen zusammen, sangen miteinander, lachten und erinnerten sich an Lieder, die lange im musikalischen Gedächtnis geschlummert hatten. Vielleicht ist genau das das Geheimnis solcher Abende: Man muss kein großer Sänger sein, sondern nur kommen, den Mund aufmachen und Freude daran haben. Und wenn der Nachbar einmal den falschen Ton erwischt, singt man einfach ein bisschen lauter weiter.
Eines stand am Ende fest: Diese Nische ist gefunden – und sie darf gerne bleiben.