Ein schönes, buntes und sinnvolles Fest, „geliebte Erde und gelobtes Land“, so begann Pfarrer Matthias Ahnert die beiden Gottesdienste der Kirchengemeinden Edelsfeld und Kürmreuth zum Erntedankfest. Kaum ein anderes Fest ist so traditionell in Grund und Boden verankert wie dieses. Für Acker und Wiese, Feld und Wald wurde mit der ganzen Schöpfung für die Ernte gedankt – verbunden mit einem Bauernlob und einer Würdigung des Bauernstandes. In der landwirtschaftlichen Maschinenhalle der Familie Winter in Wegscheid kamen diesmal 507 Besucher aus nah und fern zu den beiden Gottesdiensten.
Mit dem Lied „Die Ernt’ ist nun zu Ende“ begann die Feier. Auch in diesem Jahr überlegte sich Dominik Winter wieder, welche Kanzel er dem Pfarrer in die Halle stellt. Diesmal war es ein Kartoffelvollernter aus den 70er Jahren, ausgeliehen von den Kleinstbauern aus Freihung. In seiner Predigt ging Ahnert auf viele Details rund um die Kartoffel ein. Zugrunde lag die Speisung der 4000 nach Matthäus. Früher sei das Erntedankfest das Bauernfest schlechthin gewesen; fast jeder sei Bauer gewesen, selbst der Pfarrer. Heute hätten viele Menschen beim Einkauf im Supermarkt diesen Bezug verloren. Auch Zuckersteuer und Klimaveränderung wurden angesprochen. Von der „Kanzel“ aus wurden anschließend noch einige Kartoffeln verteilt.
Mit den Liedern „Die Ernt’ ist nun zu Ende“ und „Nun danket alle Gott“ wurden die Gottesdienste vom Posaunen- und Kirchenchor gestaltet. Blumenfrauen, Mesnerinnen und Kirchenvorsteher hatten wieder Höchstleistungen vollbracht, um die vielen gespendeten Erntegaben als Schmuck am Altar anzubringen. „Ein wundervoller Kirchenschmuck“, sagte Ahnert und dankte allen fleißigen Helferinnen und Helfern, den Spendern der Gaben sowie der Familie Winter. Die Erntegaben werden an Kinder im Ernst-Nägelsbach-Haus in Sulzbach-Rosenberg gespendet. Nach dem Gottesdienst gab es noch Gegrilltes gegen eine kleine Spende für einen wohltätigen Zweck.