Eine intensive Theaterwoche rund um das Thema Depression im Jugendalter fand vom 28. September bis 2. Oktober 2026 an der Mittelschule Mitterteich statt. Höhepunkt der Projektwoche war die öffentliche Aufführung am Donnerstagabend, bei der die jungen Darsteller ihr Publikum nicht nur zum Zuschauen, sondern auch zum Mitdenken und Mitdiskutieren einluden.
Unter der Leitung des Theaterpädagogen Jean-François Drożak von „Kunstdünger – die Agentur für Kulturdesign“ hatten sich die beteiligten Schülerinnen und Schüler mehrere Tage lang intensiv mit dem anspruchsvollen Thema auseinandergesetzt und gemeinsam das Theaterstück erarbeitet. Dabei ging es nicht nur um das Einstudieren von Rollen. Die Jugendlichen beschäftigten sich damit, wie sich eine Depression bemerkbar machen kann, wie schwierig es sein kann, erste Anzeichen zu erkennen, und welche Auswirkungen eine psychische Erkrankung auf Freunde und Familie haben kann.
Bei der Aufführung am Donnerstagabend wurde auch das Publikum aktiv in das Geschehen einbezogen. Die Zuschauer übernahmen gewissermaßen die Rolle eines Ärzteteams und mussten sich mit den dargestellten Personen und deren Verhalten auseinandersetzen. Immer wieder entstanden dadurch Momente, die zum Nachdenken und zum Austausch anregten.
Die Vorstellung wurde von den Gästen sehr gut angenommen und zeigte, dass sich auch ein schwieriges und sensibles Thema auf eine unmittelbare und zugleich respektvolle Weise vermitteln lässt. Viele Zuschauer zeigten sich von der Darstellung der Jugendlichen und von den unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Erkrankung bewegt. Deutlich wurde dabei auch, dass Depression nicht nur die Betroffenen selbst betrifft, sondern ebenso Auswirkungen auf deren Familien und insbesondere auf Geschwister haben kann.
Für einen passenden Rahmen sorgte an diesem Abend die 8. Klasse der Mittelschule, die die Bewirtung übernahm und die Besucher mit Speisen und Getränken versorgte.
Mit dem Theaterabend war das Projekt jedoch noch nicht beendet. Am Freitagvormittag folgten weitere Aufführungen für die Schüler. Für die 5. und 6. Klasse wurde das Thema in einer Vorstellung altersgerecht aufgegriffen. Die Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Klassen sahen anschließend das Originalstück. Damit konnte das Projekt über die beteiligte Theatergruppe hinaus einen großen Teil der Schulgemeinschaft erreichen.
Die Projektwoche machte deutlich, wie Theater einen Zugang zu einem Thema schaffen kann, über das im Alltag häufig nur schwer gesprochen wird. Neben Wissen über Depressionen stand deshalb vor allem eines im Mittelpunkt: aufmerksam hinzusehen, Veränderungen bei anderen wahrzunehmen, miteinander ins Gespräch zu kommen und psychische Erkrankungen nicht zu tabuisieren.
Initiiert und unterstützt wurde das Projekt mit Präventionsgeldern der AOK Bayern. Schirmherrinnen sind die Bayerische Kultusministerin Anna Stolz und die Bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach.