Neugierig machen sich die Hobbybäcker des gemeindlichen Backofens aus Störnstein auf den Weg nach Edeldorf, um dort eine Auffangstation für verwaiste Rehkitze zu besuchen. Bereits in der Einfahrt können wir zwei Rehe im Garten dabei beobachten, wie sie sich vor der Hitze schützend in das Gebüsch verkriechen. Wir verhalten uns möglichst still, um die Tiere nicht zu irritieren.
Diana Horn und Dr. Frank Tschannerl begleiten uns in den Garten. In einem abgetrennten Bereich begegnen wir den zwei jüngsten Zöglingen der beiden: zwei etwa acht Wochen alten Rehkitzen. Vom Hund gebissen kam das eine Kitz zu seinen Zieheltern und wurde die ersten Wochen Tag und Nacht betreut. Es bekam alle zwei Stunden die Flasche. Im Anschluss wurde die Verdauung durch eine manuelle Massage in Vertretung des Muttertieres angeregt.
Diana Horn übernimmt in den ersten Lebenswochen die komplette Aufgabe des Muttertiers: sieben Tage, 24 Stunden. In Kooperation mit Tierärzten werden die Tiere betreut.
Neben den Kitzen werden auch kleine Wildhäschen und Eichhörnchen aufgepäppelt. Mitte Oktober, wenn die Rehkitze die nötige Reife erreicht haben, werden sie in das eigenständige Leben in freier Wildbahn entlassen.
Während unseres Aufenthalts war deutlich spürbar, dass die Hege und Pflege der Wildtiere für diese beiden Jäger nicht nur Pflicht ist, sondern mit Passion und Leidenschaft alltäglich gelebt wird. Diese bereichernde Tätigkeit bringt ein großes Maß an Verantwortung und ab und an schwierige Entscheidungen, in denen abgewogen und losgelassen werden muss, mit sich. Mit spürbarer Liebe leben sie gemeinsam mit den Tieren angepasst an den von der Natur vorgegebenen Gesetzmäßigkeiten.
Mit unserer Spende in Höhe von 1000 Euro wollen wir einen kleinen Obolus für Futter, Tierarztrechnungen und Medikamente geben.