Abschied nach 140 Jahren bei der Soldaten- und Reservistenkameradschaft Schirmitz
Mit einem Zoiglabend verabschiedete sich die Soldaten- und Reservistenkameradschaft (SRK) Schirmitz von ihren Mitgliedern und Freunden. Vorsitzender Thomas Lewerenz begrüßte in der Zoiglstube des Gasthauses Heigl rund 25 Gäste. Nach 140 Jahren Vereinsgeschichte leitete die Kameradschaft damit ihren letzten Abschnitt ein. Bis zum 31. Dezember 2026 soll der Verein aufgelöst werden. Erinnerung an die Gründerzeit Lewerenz erinnerte an die Gründung im Jahr 1886 und die Wiederbelebung der Kameradschaft 1957. Dabei stellte er den Zusammenhalt als wichtigsten Wert heraus. „Kameradschaft bedeutet, Verantwortung füreinander zu übernehmen, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen”, sagte der Vorsitzende. Mit einer Schweigeminute gedachten die Teilnehmer der gefallenen Soldaten der Weltkriege sowie der Bundeswehrangehörigen, die bei Auslandseinsätzen ihr Leben verloren. Kameradschaft war damals und ist auch heute das Bindeglied für uns alle. Kameradschaft entsteht im militärischen Umfeld. Sie liefert den erforderlichen Zusammenhalt, den es bedarf, um in Zeiten größter Gefahr, Leid und Not, in einem lebensbedrohenden und lebensverachtenden Umfeld durchzustehen. Unterstützung durch Kameradschaft Dabei fragt Kameradschaft nicht nach dem Warum, sie fragt nicht danach woher der Kamerad kommt, was er beruflich leistet oder über welchen Bildungsabschluss der Kamerad verfügt. Sie sorgt ausschließlich dafür, sich gegenseitig zu unterstützen und das eigene Leben und Überleben in die Hände des Kameraden zu legen. Bürgermeister Ernst Lenk würdigte die Leistungen der SRK für die Gemeinde. Besonders hob er ihren Einsatz beim Volkstrauertag und bei der Sammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hervor. „Die Kameradschaft hat über viele Jahrzehnte einen festen Platz im Schirmitzer Gemeindeleben gehabt”, betonte Lenk. Die Grußworte hat der Vorsitzende des Kreisverbandes des Bayrischen Soldatenbundes Manfred Zettl abgerundet. Ehrungen und Dank Lewerenz zeichnete mehrere Nichtmitglieder mit der Ehrennadel in Silber aus. Walther Piehler, Werner Hölig, Ernst Lenk sowie Ina und Pierre Ravn unterstützten über Jahre die Kriegsgräbersammlung oder stellten sich als Ehrenposten beim Volkstrauertag zur Verfügung. Karlheinz Schell erhielt zum 80. Geburtstag eine besondere Würdigung. Auch Rudi Haderer sowie Norbert und Gerda Moser erhielten Dank für ihre Unterstützung. Spende an den Förderverein Den Höhepunkt bildete eine Spende von 5000 Euro an den Förderverein zur Unterstützung der Arbeit mit Versehrten am Standort Warendorf (FUAV). Stephan Fiedler, Vorstandsmitglied des Vereins, nahm den symbolischen Scheck entgegen. Die FUAV unterstützt unter anderem die Anschaffung behindertengerechter Sportgeräte, Rehabilitationsmaßnahmen und die Teilnahme versehrter Soldaten an nationalen und internationalen Sportveranstaltungen wie den Invictus Games. Fiedler berichtete persönlich von seinen Erfahrungen aus einem Auslandseinsatz in Afghanistan und den Gründen für die Gründung der FUAV. „Wir sorgen dafür, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird”, sagte er und dankte der SRK für die außergewöhnliche Unterstützung. Mit der Spende schloss sich zugleich ein Kreis: Die SRK war einst als Solidargemeinschaft gegründet worden, um Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu helfen. Nun floss ein großer Teil des Vereinsvermögens an eine Organisation, die verwundete und versehrte Bundeswehrangehörige unterstützt. Nach dem offiziellen Teil saßen die Gäste noch lange bei Zoigl und gutem Essen zusammen und ließen den Abend in Erinnerung an 140 Jahre Kameradschaft ausklingen. Die Vereinsfahne verbleibt noch im Vereinslokal.