Im Sellrain, einer Untergruppe der Stubaier Alpen, führte Tourenführer Rainer Rahn vom Alpenverein Marktredwitz zwei sehr anspruchsvolle Bergtouren. Ausgangspunkt der dreitägigen Tour war die auf 2.362 Meter gelegene Winnebachseehütte des Alpenvereins Hof.
Bei Traumwetter startete die neunköpfige Gruppe zur großen Tour. Im Aufstieg wurde noch schnell die Ernst-Rimml-Spitze, der Hüttenberg, mitgenommen. Über einen Moränenrücken wurde der zentrale Anstieg über das Nordkar erreicht. Über Geröll und Blockwerk stiegen die Bergsteiger auf zu einem breiten Sattel. Grobe Blöcke galt es zu überwinden um auf die Reste des Grünen-Tatzen-Gletschers abzusteigen. Hier beschlossen drei Teilnehmer den Aufstieg nicht fortzusetzen. Der weitere Anstieg gestaltete sich schwierig. Ohne Markierungen im weglosen Blockgelände wurde weit oben der Beginn des Ostgrates angesteuert. Dieser bot durchwegs festes Gestein mit teils Gehgelände, teils leichter Kletterei. Unter dem Gipfel steilte sich der Felsgrat auf und die Kletterei über ausgesetzte Felsplatten und Verschneidungen erreichte stellenweise den 2. Schwierigkeitsgrat. Nach 5 Stunden Anstrengung war endlich der exponierte, 3.235 Meter hohe Gipfel des Seeblaskogels erreicht. Nach dem Gipfelfoto wurde unverzüglich mit dem Abstieg begonnen und auf der gleichen Route ging es zurück zur Winnebachseehütte, welche nach 9 Stunden erreicht wurde.
Am nächsten Tourentag bestiegen noch 4 Teilnehmer den 2.915 Meter hohen Gänsekragen. Auch hier war in der zweiten Hälfte des Auf- und Abstiegs permanente leichte Kletterei angesagt. Zurück an der Hütte wurde gemeinsam der Abstieg zum Parkplatz absolviert und Tourenführer Rahn war froh, dass alle Mitglieder konzentriert und sicher die schwierigen Wege bewältigt hatten.