Viel Zeit ließ sich Pfarrer Thomas Stohldreier bei der Segnung der frisch renovierten St. Georgskirche in Enzenrieth. (Bild: Kerstin Kiener)

Mit Weihwasser und Ukulele: Enzenrieth feiert den Abschluss der Kirchensanierung

Mit einem feierlichen Gottesdienst hat die Pfarrgemeinde am Sonntag den Abschluss der Außensanierung der Filialkirche St. Georg gefeiert. Zahlreiche Gläubige versammelten sich vor dem Gotteshaus, das nach rund zehn Jahren Planung und umfangreichen Arbeiten wieder in neuem Glanz erstrahlt. Musikalisch umrahmten die Blechfrösche die Feier. Pfarrer Thomas Stohldreier stellte den Gottesdienst ganz unter den Gedanken des Dankes. In seiner Predigt griff er die Geschichte der Sanierung auf und trug den Rückblick von Kirchenpfleger Herbert Argauer vor. Die lange Planung, die schwierige Finanzierung und die baulichen Herausforderungen kommentierte er und spannte dabei den Bogen zur Verantwortung für den Erhalt des Gotteshauses. Viel Zeit nahm sich Stohldreier für die Segnung der Kirche. Gemeinsam mit den Kirchenverwaltungsmitgliedern Herbert Argauer, Markus Forster und Alfons Gallersdörfer sowie Mesnerin Angelika Kummer umrundete er das Gotteshaus und segnete es von allen Seiten. Anschließend ging es in die Kirche, wo der Pfarrer auch den Innenraum reichlich mit Weihwasser segnete. Im Anschluss erläuterte Dipl.-Ing. Anton Landgraf vom Ingenieurbüro ALS die wichtigsten Sanierungsmaßnahmen. Dabei bekannte er, noch nie „eine so kleine Kirche mit einer so langen Geschichte“ saniert zu haben. Als größte Herausforderungen nannte er den lehmigen Untergrund, der ständig arbeitet, unterschiedlich tiefe Fundamente – an einer Stelle war das Fundament nur rund 40 Zentimeter tief – und den Dachstuhl, der direkt auf der Decke auflag und zusätzlichen Druck auf das Mauerwerk ausübte. Die statischen Probleme konnten behoben werden, die Fundamente wurden aus Kostengründen jedoch nur dort verstärkt, wo es notwendig war. Für einen unerwartet heiteren Schlusspunkt sorgte Landgraf selbst. Statt seine Ausführungen einfach zu beenden, griff er zur Ukulele und brachte der frisch sanierten Kirche mit eigens umgetexteten Schlagermelodien ein Ständchen. Die Besucher quittierten den ungewöhnlichen Auftritt mit herzlichem Applaus. Beim anschließenden Weißwurstfrühschoppen der Freiwilligen Feuerwehr Pirk klang die Feier gemütlich aus.
Der Pilgerzug betend und singend durch Wald und Flur von Enzenrieth nach Pleystein (Bild: Herbert Argauer)

Pilgern von Enzenrieth nach Pleystein, mit dem Gedanken an die Spaltung der Gesellschaft

Mit dem Wallfahrer Motto „Die Spaltung der Gesellschaft überwinden” führte der Pilgerführer Herbert Argauer die Wallfahrer von Enzenrieth nach Pleystein. Die traditionelle Wallfahrt wurde zum 110ten mal, am 3. Samstag im September - am Samstag vor dem Fest der Kreuzerhöhung, durchgeführt. Der Zug startete mit den Worten vom Pilgerführer: „Die Spaltung der Gesellschaft überwinden”. Wir wollen Brücken bauen, uns gegenseitig achten und helfen, gemeinsam in Vielfalt zum Ziel. Guter Gott, zeig den Menschen, dass sie auf den anderen hören und andere akzeptieren. Gib uns den Mut, dass wir die Ungleichheit der Menschen überwinden. Dafür beten wir: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes….. Von Enzenrieth ging der Pilgerzug nach Irchenrieth, Kaimling Altenstadt Vohenstrauß, in den Orten kamen weitere Pilger hinzu, in Altenstadt war eine Pause mit Einkehr. Auf der Strecke kam Pfarrer Stohldreier dazu und erteilte den Wallfahrtssegen. Betend und singend ging es weiter nach Pleystein. Bei Temperaturen unter 10° Celsius war das Wetter nicht besonders einladend. Trotzdem begleiteten den Pilgerzug 60 Pilger. Besonders erfreulich war, dass 12 Kinder dabei gewesen sind, die fleißig mit vorgebetet haben. Die Gebete haben den Regen vertrieben, so dass nur der Wind blieb. Pfarrer Alfons Forster aus Michldorf feierte in der Wallfahrtskirche mit den Gläubigen, begleitet von der Organistin Kerstin Kiener, den Gottesdienst. Zum Abschluss bei der Lichterprozession zogen die Wallfahrer mit dem Enzenriether Kreuz, zusammen mit den Pleysteiner Gläubigen, um den Rosenquarzfelsen, auf dem die Wallfahrtskirche thront.


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