Für die Knappschaftskapelle der Stadt Amberg ging es am letzten Wochenende der Sommerferien für vier Tage auf hohe See.
18 Musikerinnen und Musiker tauschten ihre Schachthüte gegen Klettergurte und machten sich auf der Thor Heyerdahl an die Arbeit. Der traditionelle Toppsegelschoner – ein Dreimast-Segelschiff – ist unter anderem als „Klassenzimmer unter Segeln“ der FAU Erlangen-Nürnberg bekannt. Bei diesem Bildungsprogramm verbringen Jugendliche jeden Winter sieben Monate auf See und überqueren dabei den Atlantik.
Dank des Engagements eines gemeinnützigen Vereins steht das Schiff kaum still und ist mit einer wechselnden ehrenamtlichen Besatzung nahezu ununterbrochen unterwegs.
Unter der Anleitung einer leidenschaftlichen Segelcrew durften die Musikerinnen und Musiker von Donnerstagabend bis Sonntagvormittag in die Welt der Nautik eintauchen.
Zu den Aufgaben gehörten unter anderem das Bergen der Segel an Deck sowie die Arbeit hoch oben in den Wanten. Hier war in luftiger Höhe eindeutig Mut gefragt! Doch auch an Bord gab es jede Menge zu tun: Neben der Versorgung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dem Kochen in der Kombüse und dem Putzdienst an Deck, wurde auch die Nachtwache übernommen.
Start und Ziel des viertägigen Törns war der Hafen von Kiel. Dank der guten Wetterlage konnte als Zwischenziel das malerische Sønderborg in Dänemark angesteuert werden. Dort wurde direkt vor dem Schloss ein Liegeplatz ergattert und im Anschluss die Stadt erkundet.
Zum krönenden Abschluss wurden beim Ablegen des Schiffs die Instrumente auf der Brücke ausgepackt. Mit „Gruß an Kiel“, dem „Steigerlied“ und weiteren Märschen wurde sich musikalisch vom Hafen verabschiedet – ein ganz besonderer Moment, der wohl lange in Erinnerung bleiben wird.
Natürlich durfte auch während des Törns die Musik nicht fehlen: Abends wurde gemeinsam musiziert und im deutschen und dänischen Hafen kleine Ständchen gespielt. So wurde aus einem Segeltörn kurzerhand auch eine musikalische Reise.
Die vier Tage waren eine unglaubliche Erfahrung, die nicht nur neue Einblicke in die Welt des Segelns ermöglichte, sondern auch die Gruppe noch enger zusammengeschweißt hat.
Mit vielen neuen Eindrücken, zahlreichen musikalischen Erlebnissen und jeder Menge Seemannsgarn im Gepäck, endete diese Segelreise.