Der TSV Waldershof traf sich Ende Oktober zu seiner Jahreshauptversammlung und konnte im voll besetzten Sportheim von einem historischen Vereinsjahr berichten. Vorstandsmitglied Bernd Aßmann begrüßte neben den Mitgliedern auch die erste Bürgermeisterin Margit Bayer und weitere Vertreter des Stadtrats.
Die Versammlung gedachte zu Beginn der zuletzt verstorbenen Vereinsmitglieder Günter Hartl, Franz Meichner und ebenso Agnes Schaborak, die über viele Jahre das Sportheim erfolgreich bewirtete.
Der umfangreiche Bericht des Vorstands begann mit einem Einblick von Uwe Bäumler in die Mitgliederstatistik. Ende Oktober hatte der TSV Waldershof 633 Mitglieder, ein bisher noch nie dagewesener Höchststand. Allein 20 Neumitglieder brachte die Gründung einer Damenmannschaft mit sich. Seit dem Coronajahr 2020 konnte der TSV seine Mitgliederzahl um rund 11 % steigern.
Von den 633 Mitgliedern ist über ein Drittel unter 18 Jahren alt, das belegt den großen Schwerpunkt auf der Kinder- und Jugendarbeit im Verein. Der TSV ist nicht nur in Waldershof ein Mitgliedermagnet, die Statistik gibt zu erkennen, dass ein knappes Drittel der Mitglieder aus der Nachbarstadt Marktredwitz kommt.
Mathias Fürst setzte den Bericht mit den Vereinsfinanzen fort. Auf der Leinwand war eine Gewinnermittlung zu sehen, die eher an ein mittelständisches Unternehmen als an einen ehrenamtlich geführten Verein erinnerte. Fürst informierte die Versammlung über Einnahmen und Ausgaben in den Bereichen ideeller Bereich, Vermögensverwaltung, Zweckbetrieb und wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb, was zusammengenommen ein gesamtes Vereinsergebnis für 2025 im knapp sechsstelligen Bereich mit sich brachte. Der wirtschaftliche Erfolg bringt auch steuerliche Pflichten mit sich, so dass auf dieses Ergebnis Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer anfielen.
Die Vereinsveranstaltungen wie das Hammerrangfest, Maibaumfest, Schlemmermeile und Zoigllauf sind dabei auch weiterhin die finanziellen Grundpfeiler. Dies unterlegte Vorstandsmitglied Maximilian Aßmann anschließend mit entsprechenden Aufstellungen.
Nach der Vorstellung dieser beeindruckenden Zahlen konnte Kassenprüfer Simon Wollner, der gemeinsam mit Jürgen Greger die Kasse geprüft hatte, der Versammlung nur eine Entlastung vorschlagen, die die Mitgliederversammlung auch einstimmig gewährte.
Die Berichte aus den Abteilungen eröffnete für den Bereich Fußball Stefan Schindler. Nach dem sensationellen Aufstieg im Jahr 2025 musste in diesem Jahr der bittere Gang in die Kreisliga angetreten werden. Nach einer hart umkämpften Relegation blieb es bei einem einjährigen Gastspiel in der Bezirksliga. Nach einer solchen Erfahrung war es klar, dass nicht gleich wieder in Richtung Tabellenspitze durchgestartet werden konnte. Zum Ausklang des Jahres 2026 hat sich die erste Mannschaft jedoch wieder gefangen und gute Ergebnisse erzielt.
Die zweite Mannschaft schloss in der Kreisklasse die letzte Saison auf dem siebten Tabellenplatz ab und ist aktuell wieder erfolgreich im oberen Drittel zu finden.
In der A-Klasse hat sich die dritte Mannschaft etabliert und bildet gemeinsam mit der zweiten Mannschaft einen bedeutenden Unterbau und trägt immens zur Stärkung des Teamgeistes bei. Auch die A-Jugendlichen, die hier bereits mit eingesetzt werden, haben ihren Platz gefunden und können sich im Herrenbereich behaupten.
Schindler machte eindrücklich deutlich, dass das „A und O“ im Verein die Jugendarbeit sei. Hier lohne sich jeder Einsatz und auch finanzielle Aufwand. Seit Jahren werde in Infrastruktur und Jugend investiert, nicht in Spieler. Diese Philosophie der letzten Jahrzehnte beschert nun den sportlichen und finanziellen Erfolg des Vereins und so soll es auch weitergehen. Abschließend bedankte sich der Abteilungsleiter Fußball bei allen Beteiligten für die Realisierung des „Mega-Projekts“ Hammerrang-Arena, das in diesem Oktober zum Abschluss kam.
Ein spezieller Dank ging hierbei an Vorstandskollege Bernd Aßmann, der in unzähligen Telefonaten, Sitzungen und stundenlanger Schreibtischarbeit die Bürokratie der verschiedenen Fördergeber abarbeitete und damit ein entscheidender Faktor für diesen historischen Vereinserfolg ist. Die Mitgliederversammlung quittierte dies mit langanhaltendem Applaus.
Für die neu ins Leben gerufene Damenmannschaft informierte deren Leitung Claudia Lang. Nach einem eher zähen Anfang konnte sich das Team der Damen auf nunmehr 20 Spielerinnen steigern, die seit dieser Saison auch am Ligabetrieb in der Frauen-Kreisliga Ost teilnehmen. Die Trainer Dominik Dotzauer und Sarah Ulbricht konnten mit ihren Schützlingen auch bereits den ersten Saisonsieg erzielen und verbessern sich mit jeder Trainingseinheit. Ein Dankeschön ging an die Firma „Auto Özkan“, die den ersten Trikotsatz sponserte.
Die Damen arbeiten bereits am eigenen Unterbau und beginnen auch den Mädchenfußball im TSV zu etablieren.
Die beiden Jugendleiter Simon Wollner und Jörg Waller gaben einen Einblick in den Bereich der Fußballjunioren. Die größte Jugendabteilung im Landkreis Tirschenreuth kann aktuell 160 Kinder und Jugendliche in zehn Mannschaften vorweisen. Knapp 20 Trainer und Betreuer kümmern sich um die Spielerinnen und Spieler zwischen vier und 18 Jahren. Als Erfolg wurden die Spielgemeinschaften mit dem SV Neusorg bezeichnet, die im Bereich der C- und D-Jugend eine gute fußballerische Ausbildung und neue sportliche Herausforderungen ermöglichen.
Mittlerweile auch fester Bestandteil im Verein ist der Bereich Laufsport, der von Emre Özkan verantwortet wird. Er berichtete vom Lauftreff im Jahre 2026 und den Veranstaltungen Zoigl-Lauf, Stadtlauf und Spendenlauf.
Der Zoigl-Lauf brachte im letzten Winter rund 90 Läufer auf die Strecke, obwohl das winterliche Wetter und auch Umleitungen das Laufen sehr schwierig machten.
Beim Stadtlauf im Rahmen des diesjährigen Hammerrangfestes durchliefen 102 Läuferinnen und Läufer das Zieltor. Der Stadtlauf konnte dank der Sponsoren und der Stadt Waldershof von Ausrüstung und Technik auf ein gutes Niveau gehoben werden und ist auch ein Alleinstellungsmerkmal in der Region, da nur hier ein Halbmarathon angeboten wurde.
Der Spendenlauf mit 20 Teilnehmern erzielte mit 1700 gelaufenen Kilometern einen Spendenbetrag von 850 EUR, der der Aktion „Kicken um zu helfen“ in Weißenstadt zur Verfügung gestellt wurde.
Ab April beginnt der Lauftreff immer sonntags um 10 Uhr wieder mit seinen Aktivitäten, der Zoigl-Lauf ist für den 30.01.27 geplant, der Stadtlauf wieder zum Hammerrangfest am 11.07.27.
Der vorletzte Tagesordnungspunkt in der Versammlung brachte einen Rückblick durch Bernd Aßmann auf den Ablauf des Projekts „Hammerrang-Arena“. Die ersten Überlegungen und Anfragen liefen bereits im Januar 2022, danach folgten viele weitere Schritte bei Behörden, Fördergebern, Architekten und Banken bis hin zur Unterschrift des Werkvertrages im Januar 2026.
Aßmann machte dabei deutlich, dass das Projekt im September 2025 bereits kurz vor dem Aus stand, da die Entscheider der Leader-Förderung den Zweck Hallenzweck falsch interpretierten. Erst auf nachdrückliche Initiative der Bürgermeisterin Margit Bayer kam ein persönlicher Termin im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weiden zustande, der die Wende brachte. Bernd Aßmann bedankte sich bei der Bürgermeisterin für ihren Einsatz in dieser Sache, aber auch für die großzügige und unkomplizierte Unterstützung seitens der Stadt. Ein weiteres Dankeschön ging an die Mitinitiatoren der ersten Stunde, Mario Rabenbauer und Stefan Schindler. Ebenso bedankte sich Aßmann beim Stadtrat, der diesem Projekt von Anfang an wohlwollend gegenüberstand. Ohne den BLSV, ohne Florian Preisinger und Wolfgang Siegert seitens LEADER und ohne die Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest eG wäre dieses Projekt mit einem Volumen von rund 1,25 Mio. ebenfalls undenkbar gewesen.
In ihrem Grußwort ging Bürgermeisterin Margit Bayer auch noch mal auf die Hammerrang-Arena ein und freute sich, dass hier mit viel gemeinsamem Einsatz etwas geschaffen wurde, das in der ganzen Region einmalig ist. Sie machte deutlich, dass ein solches Projekt nur mit viel ehrenamtlichen Einsatz des TSV überhaupt auf den Weg gebracht werden konnte und dies zeichne den Verein aus.
Abschließend gab es unter „Sonstiges“ noch einen Rückblick auf die Teilnahme des TSV am Ferienprogramm, sowie dem Beer-Pong-Turnier zum Auftakt des Hammerrangfestes.
Ohne weitere Anregungen aus den Reihen der Mitglieder konnte Bernd Aßmann eine harmonische und beeindruckende Jahreshauptversammlung beschließen.