Faszinierende UNESCO-Welterbestätten, pulsierende Tourismushochburgen, prächtige Basiliken und Pilgerstätten, aber auch einen bewegenden Besuch in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau und herzliche Wiedersehenstreffen mit „alten Freunden“ bot die siebentägige Reise zum „unbekannten Nachbarn Polen“, die vom Verband der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) organisiert wurde.
So machten sich 31 erwartungsvolle Teilnehmer aus der ganzen Diözese, die in Cham, Nabburg und Vohenstrauß in den bequemen Reisebus zustiegen, in der letzten Augustwoche auf in das östliche EU-Land, mit dem seit 1987 über den KLJB-Kreisverband Cham ein gegenseitiger Jugendaustausch stattgefunden hatte. Über eine „gewöhnliche“ Studienreise hinaus wollte man auch die polnischen Freunde wieder treffen, die seit fast 40 Jahren persönliche Beziehungen in den Landkreis Cham pflegen.
Am Anreisetag machte die Gruppe einen Zwischenstopp in der tschechischen Kleinstadt Telč. Das erste Nachtquartier bezog die Gruppe im Dialogzentrum in der polnischen Stadt Auschwitz, das direkt neben dem Gelände der KZ-Gedenkstätte als Unterkunft und Begegnungsstätte gebaut wurde.
Am Tiefpunkt der deutschen Geschichte
Am Sonntagmorgen stand die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau auf dem Programm. Eine Führerin begleitete die Gruppe durch das riesige Areal mit den erhaltenen Gebäuden, den bedrückenden Dokumenten und persönlichen Gegenständen – Zeugnisse des ehemaligen deutschen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagers. Die Größe des Lagergeländes und die Monstrosität der Verbrechen, die hier Alltag waren, erschütterte die Besucher tief. Schließlich brach die Gruppe auf ins 70 km entfernte Krakau und bezog ein Hotel für die nächsten vier Übernachtungen. Der folgende Tag stand ganz im Zeichen der alten Königsstadt.
Von Krakau aus ging es weiter in die schlesische Metropole Breslau. Ein Stadtführer zeigte den Marktplatz mit dem prächtigen mittelalterlichen Rathaus, schmale Gassen mit kleinen Geschäften, die neu renovierte Elisabethkirche, die Universität und auf der anderen Seite des Oderflusses die Dominsel und erzählte dabei viel über die ältere und jüngere Stadtgeschichte, denn Breslau war nach Ende des Zweiten Weltkrieges zu 90 Prozent zerstört.
Nach kurzer Fahrt wurde nochmals ein Zwischenstopp eingelegt, um die evangelische Friedenskirche von Schweidnitz zu besuchen. Die größte Fachwerkkirche Europas entstand nach dem 30-jährigen Krieg und bot Platz für etwa 7.500 Menschen. Mit einer kurzen Andacht ging es durch malerische Landschaften des Riesengebirges und weiter über Prag zurück in die bayerische Heimat. Sieben Tage Polen waren wie im Flug vergangen. Dem bisher unbekannten und oft ein wenig skeptisch beäugten Nachbarland war man trotz der großen Entfernung ein wenig näher gerückt, die Gespräche mit den alten Freunden und die gesammelten Eindrücke hatten dazu beigetragen.