Schmidmühlen (bjo). „Herein, herein, wir laden alle ein“ – mit diesem fröhlichen Lied begrüßten die Kindergartenkinder die Besucher des Erntedankgottesdienstes in der Pfarrkirche St. Ägidius. Und tatsächlich war die Einladung nicht nur gesungen, sondern auch spürbar: Die Kinder brachten mit ihren Liedern, Fürbitten und ihrer kindlichen Sicht auf das Thema Erntedank viel Leben und Freude in den Gottesdienst. Für Pfarrer Dunstan Assimwe stand die Feier ganz im Zeichen der Dankbarkeit für die Gaben der Natur. Vor der Predigt gestalteten die Kindergartenkinder ein kleines Spiel, im Mittelpunkt stand dabei ein kleiner Kürbissamen. Damit aus diesem unscheinbaren Samenkorn eine kräftige Pflanze und schließlich ein Kürbis wachsen kann, braucht es vieles: die wärmende Sonne, ausreichend Regen, gute Erde – und die helfende Hand des Bauern. Was für Kinder leicht verständlich ist, brachte zugleich eine wichtige Botschaft für die Erwachsenen mit sich. Pfarrer Dunstan Assimwe griff das Beispiel in seiner Predigt auf und erinnerte daran, wie selbstverständlich Lebensmittel für viele Menschen geworden sind. Brot, Obst, Gemüse und andere Lebensmittel stehen täglich auf unseren Tischen. Dabei wird leicht vergessen, wie viel Arbeit, Zeit und Mühe dahinterstecken – und dass eine gute Ernte keineswegs selbstverständlich ist. Gerade deshalb sei es wichtig, dankbar zu sein und bewusster mit den Lebensmitteln umzugehen. Viel zu oft werde Nahrung achtlos behandelt oder sogar weggeworfen. Der Erntedanktag könne dazu anregen, den Wert dessen, was uns täglich zur Verfügung steht, wieder neu zu entdecken und sorgsamer damit umzugehen. Nicht nur der Gottesdienst, auch der Erntedankaltar zeigte eindrucksvoll die Vielfalt der Gaben. Wie bereits in den vergangenen Jahren hatten der Pfarrgemeinderat und der Gartenbau- und Ortsverschönerungsverein den Altar gemeinsam gestaltet. Obst, Gemüse, Getreide und weitere Erntegaben machten den Altar zu einem farbenfrohen Zeichen der Dankbarkeit. Dabei war die Gestaltung in diesem Jahr angesichts des trockenen und heißen Sommers keine Selbstverständlichkeit. Umso größer war die Freude über die zahlreichen Gaben, die unter anderem von ehemaligen Landvolkmitgliedern zur Verfügung gestellt wurden. Auch Georg Grosser ließ es sich nicht nehmen, einen wunderschön gestalteten Brotlaib zu spenden. Das kunstvoll verzierte Brot wurde zu einem besonderen Blickfang am Erntedankaltar und erinnerte zugleich an das tägliche Brot, für das die Menschen seit jeher dankbar sind. Der Gottesdienst war sehr gut besucht. Groß und Klein feierten gemeinsam Erntedank und machten dabei deutlich: Dankbarkeit beginnt manchmal mit etwas ganz Kleinem – einem Samenkorn, aus dem mit Sonne, Regen, guter Erde und viel Pflege etwas Wertvolles wachsen kann.